Fossile Brennstoffe weltweit auf Rekordniveau und der Verbrauch steigt weiter

Weltweit hat die Menschheit 2025 so viel Erdöl, Erdgas und Kohle verbraucht wie nie zuvor. Das zeigt der neue Statistical Review of World Energy des Energy Institute, der Ende Juni in London veröffentlicht wurde. Gleichzeitig stiegen die globalen Emissionen auf mehr als 41 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente. Der Ausbau von Solar- und Windkraft beschleunigte sich zwar deutlich, jedoch wuchs der Energiebedarf noch stärker. Deshalb bleiben fossile Brennstoffe trotz Energiewende bei der Energieerzeugung das Fundament der globalen Versorgung.


Fossile Brennstoffe bestimmen weltweit weiter die Energieerzeugung

Die weltweite Energieerzeugung erreichte 2025 rund 600,3 Exajoule. Erneuerbare Energien legten ebenfalls kräftig zu, jedoch blieb ihr Anteil am Gesamtsystem begrenzt. Solar, Wind, Wasserkraft und weitere regenerative Quellen kamen zusammen auf 51,6 Exajoule. Deutschland benötigt zum Vergleich etwa 10 Exajoule pro Jahr. Allein Rechenzentren verbrauchten weltweit bereits 2,8 Exajoule.

Fossile Brennstoffe erreichen 2025 Rekorde - globaler Energiehunger erhöht Emissionen und Abhängigkeiten weiter
Fossile Brennstoffe erreichen 2025 Rekorde – globaler Energiehunger erhöht Emissionen und Abhängigkeiten weiter
Bild: Shutterstock

Der Abstand zwischen politischem Anspruch und realer Energienachfrage bleibt deshalb groß. Erdöl und Ölprodukte legten weltweit um 1,3 Prozent zu. Gas wuchs um 1,6 Prozent, während Kohle um 0,7 Prozent stieg. Zusammen deckten Erdöl, Gas und Kohle weiterhin 86 Prozent der globalen Energieversorgung ab. Erneuerbare inklusive Wasserkraft kamen dagegen auf knapp neun Prozent.

Stromwende zeigt die stärkste Dynamik

Im Stromsektor sieht die Entwicklung jedoch anders aus. Mehr als ein Drittel der weltweiten Elektrizität kam 2025 aus erneuerbaren Quellen. Zugleich sank der Einsatz fossiler Rohstoffe zur Stromerzeugung gegenüber 2024. Dieser Befund ist wichtig, weil Strom in Verkehr, Wärme und Industrie an Bedeutung gewinnt. Die Energiewende verändert also zuerst den Strommarkt, nicht den gesamten Energieverbrauch.

China prägt diese Verschiebung stärker als jedes andere Land. Die Volksrepublik verursacht weiter die meisten Treibhausgase, jedoch stiegen ihre Emissionen 2025 nur noch um 0,3 Prozent. Mehr als die Hälfte der globalen Solarstromkapazität steht inzwischen in China. Fast jede zweite Windkraftanlage läuft ebenfalls dort. Außerdem nimmt Peking mehr neue Atomkraftwerke in Betrieb als jeder andere Staat.


Asien baut aus, Amerika liefert Gas

Auch Indien und Pakistan zeigen, wie stark sich Asien verändert. In Indien deckte zusätzlicher Solarstrom den neuen Strombedarf rechnerisch mehr als ab. Deshalb ging die Stromerzeugung aus Kohle und Gas zurück. In Pakistan hat sich die Solarstromproduktion innerhalb von drei Jahren mehr als verdreifacht. Dennoch reicht diese Entwicklung noch nicht aus, um fossile Brennstoffe global zurückzudrängen.

In den USA verlief 2025 dagegen eine andere Entwicklung. Verbrauch, Förderung und Export fossiler Rohstoffe legten zu. Besonders stark wuchsen die Ausfuhren von Flüssigerdgas. Europa gerät dadurch in eine doppelte Abhängigkeit. Es kauft Öl und Gas aus den USA, während Solarmodule, Batterien und Windkrafttechnik in großem Umfang aus China kommen.

Der Weltenergiereport liefert deshalb keine einfache Erfolgsgeschichte. Er zeigt eine beschleunigte Stromwende, jedoch keinen Bruch mit der fossilen Energiewelt. Solange der globale Energiebedarf wächst, verdrängen neue Anlagen alte Brennstoffe nur teilweise. Genau darin liegt der Kern des Problems. Die Energiewende gewinnt an Tempo, aber fossile Brennstoffe verlieren noch nicht ihre systemische Bedeutung.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Energy Institute (30.06.36)Reuters (30.06.26)IEA (Stand: 07.07.26)Spiegel (30.06.26)

Lesen Sie auch:

Nach oben scrollen