Deutschland erreicht beim Wohneigentum einen neuen Tiefstand. Im Jahr 2025 lebten laut Pestel-Institut nur 43,5 Prozent der privaten Haushalte im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Damit fällt die Quote auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Innerhalb der EU belegt Deutschland den letzten Platz. Als Hauptursachen nennt das Institut hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und die Wohnungspolitik der vergangenen Jahre. Besonders jüngere Haushalte trifft diese Entwicklung, denn fast drei Viertel der 25- bis 45-Jährigen wohnen zur Miete.

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Wohneigentum wird durch Baukosten und Finanzierung immer schwerer erreichbar
Die Herstellungskosten für Wohnungen stiegen seit dem Jahr 2000 laut Pestel-Institut um rund 160 Prozent. Die allgemeinen Verbraucherpreise erhöhten sich im gleichen Zeitraum dagegen nur um 64 Prozent. Deshalb reichen selbst zwei durchschnittliche Einkommen vielerorts kaum noch für eine tragfähige Immobilienfinanzierung. Sinkende oder stagnierende Kaufpreise gleichen diese Belastung nicht automatisch aus.
Auch die Finanzierung hat sich seit der Niedrigzinsphase deutlich verteuert. Höhere Kreditzinsen erhöhen deshalb die monatlichen Raten und zugleich den notwendigen Eigenkapitalanteil. Die vom Pestel-Institut untersuchte Entwicklung betrifft vor allem Haushalte, die noch kein Immobilienvermögen besitzen. Auftraggeber der Untersuchung war die Unternehmensstiftung der Bausparkasse Schwäbisch Hall.
Deutschlands niedrige Eigentumsquote zeigt sich auch in EU-Daten
Allerdings unterscheiden sich die verfügbaren Statistiken bei ihrer Berechnung. Das Pestel-Institut misst private Haushalte, während Eurostat und EU-SILC überwiegend Personen betrachten. Laut Statistischem Bundesamt lebten 2025 in Deutschland 52,8 Prozent der Bevölkerung zur Miete. Damit hatte Deutschland zugleich den höchsten Mieteranteil innerhalb der Europäischen Union.
Die daraus abgeleitete Eigentümerquote von 47,2 Prozent lässt sich deshalb nicht direkt mit den 43,5 Prozent des Pestel-Instituts vergleichen. Beide Datensätze bestätigen jedoch Deutschlands außergewöhnlich niedrigen Eigentümeranteil im europäischen Vergleich. Außerhalb der EU liegt lediglich die Schweiz bei der Haushaltsquote noch niedriger. Deshalb landet Deutschland im erweiterten europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz.
Weniger Wohneigentum erschwert Vermögensaufbau für jüngere Haushalte
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den 25- bis 45-Jährigen. Fast drei Viertel dieser Altersgruppe wohnen laut Pestel-Institut zur Miete. Damit verlieren viele Haushalte zugleich eine klassische Möglichkeit zum langfristigen Vermögensaufbau. Steigende Mieten belasten außerdem das verfügbare Einkommen während des Erwerbslebens und später im Ruhestand.
Der Bund bietet zwar weiterhin Förderkredite für bestimmte Käufergruppen an. Programme wie „Wohneigentum für Familien“ oder „Jung kauft Alt“ richten sich jedoch an Haushalte mit festgelegten Voraussetzungen. Das Pestel-Institut fordert deshalb eine breitere Eigentumsförderung und nennt jährlich mindestens 200.000 zusätzliche Haushalte als Ziel. Entscheidend bleiben jedoch Baukosten, Finanzierung und Eigenkapital. Solange diese Hürden hoch bleiben, dürfte Wohneigentum für viele Haushalte außerhalb ihrer finanziellen Reichweite bleiben.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: ntv (14.09.26) – Die Zeit (14.09.26) – Tagesschau (14.09.26)
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