In Schweden ist der Strompreis am Abend des 14. September 2026 bis auf 797 Euro je Megawattstunde gestiegen. Vor allem wenig Wind und Leitungsabschaltungen trieben den Großhandelspreis im Gebiet SE4 nach oben. Gleichzeitig fehlten drei Kernkraftreaktoren, während die Wasserspeicher unter dem normalen Füllstand lagen. Außerdem war die Stromverbindung NordBalt wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Haushalte und Unternehmen müssen deshalb mit starken Preisschwankungen rechnen, einen akuten Strommangel erwartet der Netzbetreiber jedoch nicht.

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Strompreis reagiert in Schweden auf schwachen Wind und fehlende Kernkraft
Ringhals 3 und Ringhals 4 produzieren derzeit keinen Strom. Außerdem befindet sich Forsmark 1 seit dem 6. September in seiner Jahresrevision. Ringhals 3 soll am 31. Oktober zurückkehren, Forsmark 1 am 17. November und Ringhals 4 am 30. November. Damit bleibt ein erheblicher Teil der schwedischen Kernkraft noch über Wochen nicht verfügbar.
Besonders ungünstig war jedoch die geringe Windstromproduktion am 14. September. Svenska kraftnät erwartete zeitweise nur rund 500 MW Windleistung im gesamten Land. Zugleich begrenzten mehrere geplante Abschaltungen die Übertragung im Hochspannungsnetz. Diese Kombination ließ den Strompreis in Südschweden besonders stark reagieren.
Kabelwartung und niedrige Wasserspeicher verschärfen die Preislage
Auch der Stromhandel mit den Nachbarländern war eingeschränkt. NordBalt zwischen Schweden und Litauen war seit dem 9. September wegen planmäßiger Wartung außer Betrieb. Die Verbindung sollte am 15. September wieder verfügbar werden. Gleichzeitig bestätigte Litgrid, dass die Wartung die grenzüberschreitenden Handelskapazitäten zwischen Schweden und dem Baltikum deutlich verringerte.
Hinzu kommen jedoch schwache Reserven aus der nordischen Wasserkraft. Die schwedischen und norwegischen Speicher liegen laut Svenska kraftnät weiterhin unter ihren normalen Füllständen. Außerdem treiben niedrige europäische Gasspeicher und hohe Gaspreise die Strompreise auf dem Kontinent. Das erhöht auch im gekoppelten nordischen Markt das Preisniveau.
Hoher Strompreis ist noch keine Blackout-Warnung
Die Preisspitze bedeutet jedoch nicht, dass Schweden unmittelbar vor einem Strommangel steht. Svenska kraftnät meldet für die kommenden drei Tage ausreichende Leistungsreserven. Deshalb bewertet der Netzbetreiber die Gefahr eines Leistungsmangels derzeit als niedrig. Auch die Netzfrequenz lag in der Vorwoche besser als der vorgegebene Qualitätswert.
Für Verbraucher bleibt der Strompreis in Schweden dennoch ein Warnsignal für den kommenden Winter. E.ON rechnet für eine typische Villa in SE4 von Oktober bis März mit rund 9.000 schwedischen Kronen höheren Stromhandelskosten als im Vorjahreszeitraum. Außerdem erreichte der Spotpreis am Montag zwischen 19.30 und 19.45 Uhr nach E.ON-Angaben 8,97 Kronen je Kilowattstunde ohne Mehrwertsteuer. Kehren Kernkraftwerke nicht planmäßig zurück oder fällt der Wind erneut aus, können deshalb weitere extreme Preisspitzen folgen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: eon (14.09.26) – Svenska Kraftnät (14.09.26) – Litgrid (14.09.26)
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