In Wien sind Anfang Mai 2026 sieben von zehn neuen Wasserstoffbussen der Wiener Linien außer Betrieb. Die Fahrzeuge wurden Ende 2025 für die Linie 39A zwischen Heiligenstadt und Sievering angeschafft. Das Vorzeigeprojekt kostete mehr als zehn Millionen Euro. Auslöser sind laut Wiener Linien fehlende Ersatzteile für konventionelle Bauteile, nicht Defekte am Wasserstoffantrieb. Betroffen sind unter anderem Türkompressoren und Monitore für den toten Winkel. Die Busse stehen in der Garage Leopoldau in Floridsdorf. Fahrgäste sollen dennoch kaum Einschränkungen spüren, weil Ersatzfahrzeuge eingesetzt werden, darunter Dieselbusse (heute: 06.05.26).
Ersatzteile legen Wasserstoffbusse in Wien lahm
Die Wiener Linien betonen, dass Brennstoffzellen, Tanks und Wasserstoffsysteme nicht die Ursache der Ausfälle seien. Probleme bereiten Bauteile, die auch bei anderen Bustypen unverzichtbar sind. Ohne funktionierende Türtechnik oder tote-Winkel-Monitore dürfen die Fahrzeuge nicht regulär eingesetzt werden.

Damit liegt der zentrale Schwachpunkt nicht beim Wasserstoff selbst. Kritisch ist vielmehr die Versorgung mit Ersatzteilen. Der Hersteller CaetanoBus muss nach Angaben der Wiener Linien bereits Vertragsstrafen zahlen.
Vorzeigeprojekt gerät früh unter Druck
Die Linie 39A wurde im Dezember 2025 vollständig auf Wasserstoffbetrieb umgestellt. Sie verbindet Heiligenstadt mit Sievering und gilt wegen ihrer Steigungen als anspruchsvolle Strecke. Genau dort sollte die neue Flotte zeigen, dass emissionsfreier Nahverkehr auch im schwierigen Stadtbetrieb zuverlässig funktioniert.
Nach rund fünf Monaten stehen jedoch sieben Fahrzeuge still. Nur drei Busse können weiter fahren. Für Wien entsteht damit ein heikler Praxistest: Die Technik verspricht sauberen Nahverkehr, doch der Betrieb hängt an Lieferketten und Ersatzteilen.
Fahrplan läuft nur dank Ersatzbussen weiter
Für Fahrgäste halten sich die Einschränkungen bislang in Grenzen. Die Wiener Linien setzen Ersatzfahrzeuge ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Das verhindert größere Ausfälle im Fahrplan.
Gleichzeitig schwächt der Einsatz von Dieselbussen den ökologischen Anspruch des Projekts. Die Wasserstoffbusse sollten konventionelle Fahrzeuge ersetzen. Nun müssen genau diese Fahrzeuge einspringen.
Alltagstauglichkeit entscheidet über Erfolg
Die Busse verfügen über einen Elektromotor mit 180 kW, eine Brennstoffzelle von Toyota mit 70 kW und fünf Wasserstofftanks auf dem Dach. Die Reichweite soll mehr als 400 Kilometer betragen. Platz bieten die Fahrzeuge für 78 Fahrgäste.
Der Fall zeigt: Neue Antriebstechnik allein reicht nicht. Entscheidend sind Wartung, Ersatzteile, Lieferketten und Betriebssicherheit. Für Wien bleibt offen, wann alle ausgefallenen Busse wieder regulär auf der Linie 39A fahren.
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