Volksbanken mit Milliardenrisiken: Bad Bank übernimmt Problemkredite in Rekordnähe

Die BAG Bankaktiengesellschaft hat 2025 problematische Engagements der Volksbanken in ungewöhnlich hoher Größenordnung übernommen. Das Geschäftsvolumen wuchs um knapp 1,4 Milliarden Euro, weil große Problemkredite und die schwache Wirtschaftslage die genossenschaftliche Finanzgruppe belasteten. Ende 2025 bearbeitete die BAG gut 1,7 Milliarden Euro, während Kreditrisiken, Immobilienprobleme und Beteiligungen einzelne Institute erheblich trafen (handelsblatt: 28.05.26).


Volksbanken lagern Problemkredite in ungewöhnlicher Höhe aus

Die BAG nahm 2025 so viele schwierige Engagements auf wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Das Volumen lag nach Angaben aus dem Umfeld der genossenschaftlichen Finanzgruppe etwa dreimal so hoch wie im Vorjahr. Damit näherte sich die Entwicklung dem Krisenniveau des Jahres 2003, das ebenfalls von mehreren größeren Problemfällen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage geprägt war.

Problemkredite der Volksbanken erreichen Rekordnähe. Die BAG übernimmt Risiken in Milliardenhöhe und stärkt ihre Kapitalbasis
Problemkredite der Volksbanken erreichen Rekordnähe. Die BAG übernimmt Risiken in Milliardenhöhe und stärkt ihre Kapitalbasis

Die Abwicklungsbank übernimmt jedoch nicht nur klassische Kreditausfälle. Zu ihrem Aufgabenbereich zählen auch Problemimmobilien, Fonds und Beteiligungen. Dadurch können betroffene Institute belastete Positionen aus ihren Bilanzen herauslösen und deren Bearbeitung an Spezialisten übergeben.

Große Stützungsfälle belasten den genossenschaftlichen Verbund

Mehrere Stützungsfälle erklären einen wesentlichen Teil des Anstiegs. Für die Volksbanken erhöht das die Bedeutung der BAG als internes Instrument zur Risikobearbeitung. Zugleich zeigt der Sprung, wie stark einzelne Regionalbanken durch konzentrierte Kredit- und Immobilienrisiken belastet werden können.

Stabilere Institute nutzen die BAG außerdem zur operativen Entlastung. Die Spezialbank übernimmt dann Sanierung, Verwertung oder Abwicklung. Deshalb sinkt der Bearbeitungsaufwand vor Ort, während mögliche Verluste innerhalb des genossenschaftlichen Sicherungssystems relevant bleiben.

Schwache Konjunktur erhöht Risiken in Kreditportfolios

Die deutsche Wirtschaft liefert derzeit wenig Rückenwind. Viele Unternehmen leiden unter hohen Kosten, schwacher Nachfrage und teurer Finanzierung. Deshalb können weitere Kredite in Schwierigkeiten geraten, besonders bei Gewerbeimmobilien, Projektentwicklungen und größeren Firmenkunden.

Für 2026 rechnet BAG-Chef René Kunsleben dennoch nicht mit einem erneuten Sprung wie im Vorjahr. „Wir gehen davon aus, dass wir Problemkredite, Immobilien und Beteiligungen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich übernehmen werden“, sagte er. Damit bleibt das erwartete Neugeschäft erhöht, während der außergewöhnliche Schub aus 2025 nach aktueller Einschätzung abflachen dürfte.


Kapitalerhöhung stärkt Spielraum für weitere Übernahmen

Die BAG erhielt eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Euro. Diese Stärkung erweitert ihren Handlungsspielraum bei zusätzlichen Risikoübernahmen. Zugleich verdeutlicht sie, dass die genossenschaftliche Finanzgruppe ihre Abwicklungsstruktur für weitere Belastungen absichert.

Für Kunden der Volksbanken ergeben sich daraus keine unmittelbar bekannten Einschränkungen im Tagesgeschäft. Die Entwicklung zeigt jedoch, wie teuer schwache Kreditqualität und gebündelte Immobilienrisiken werden können. Deshalb rückt eine strengere Risikosteuerung bei regionalen Kreditinstituten stärker in den Mittelpunkt.

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