US-Autobauer wie General Motors, Ford und Stellantis rechnen im laufenden Jahr mit bis zu 5 Milliarden Dollar Mehrkosten, weil der Krieg mit Iran Lieferketten, Transportwege und Rohstoffmärkte belastet. In Detroit nannten die Konzerne bei ihren Zahlen zum ersten Quartal steigende Preise für Aluminium, Öl, Kunststoffe, Lacke, DRam-Chips und Logistik. Auslöser sind blockierte Routen über die Straße von Hormus sowie knappe Vorprodukte. Besonders Aluminium wird zum Risikofaktor, weil es in Karosserien, Motoren und Türen steckt. Deshalb drohen bei längerer Kriegsdauer höhere Fahrzeugpreise, weniger Rabatte und neue Belastungen für Käufer (ft: 04.05.26).
US-Autobauer kämpfen mit teurem Aluminium
General-Motors-Chefin Mary Barra sagte diese Woche: „Der Krieg im Iran hat unsere Kosten erhöht, und seine Dauer bleibt ungewiss.“ Zugleich kürzt GM Ausgaben in anderen Bereichen. Der Konzern erwartet nun bis zu 2 Milliarden Dollar Belastung beim bereinigten operativen Gewinn.

Ford rechnet ebenfalls mit bis zu 2 Milliarden Dollar Lieferkettenkosten. Das liegt rund 1 Milliarde Dollar über dem Vorjahr. Stellantis sieht sich im ersten Quartal zwar weitgehend abgesichert, jedoch könnten 2026 rund 1 Milliarde Euro Mehrkosten entstehen.
Lieferverträge schützen nur vorübergehend
Die zusätzlichen Rohstoffkosten erreichen fast die Größenordnung der erwarteten Zollbelastung. Die Autobauer kalkulieren dort mit rund 6 Milliarden Dollar. Damit treffen Rohstoffe und Handelspolitik die ohnehin schmalen Margen zugleich.
Festpreisverträge mit Zulieferern bremsen den Effekt bisher. Doch dieser Schutz hält nicht unbegrenzt. Falls der Konflikt weitere zwei Monate dauert, verlangen mehr Zulieferer neue Konditionen. Die höheren Preise dürften dann nach etwa sechs Monaten in den Bilanzen ankommen.
Öl, Kunststoffe und Chips erhöhen den Druck
Aluminium bleibt der kritischste Punkt. Der Preis an der London Metal Exchange stieg seit Kriegsbeginn zeitweise um 16 Prozent. Für US-Autobauer kann das je Fahrzeug 500 bis 1.500 Dollar Mehrkosten bedeuten, sofern keine Absicherung greift.
Ford kämpfte bereits vor dem Iran-Krieg mit Engpässen. Zwei Brände beim Aluminiumzulieferer Novelis störten die Produktion der F-Series-Pick-ups. Deshalb kauft Ford Aluminium im Ausland ein.
Auch Öl und Gas verteuern die Produktion. Außerdem drohen Engpässe bei Naphtha, das für Kunststoffe wichtig ist. Dadurch geraten Innenräume, Beschichtungen, Reifen und weitere Bauteile unter Kostendruck.
Mercedes erwartet ebenfalls höhere Rohstoffkosten im Jahresverlauf. Bei einem längeren Krieg könnten einzelne Rohstoffe knapp werden. Zusätzlich verteuern DRam-Chips Autos, weil Hersteller Kapazitäten stärker auf KI-Rechenzentren ausrichten.
Am Ende müssen US-Autobauer über Preiserhöhungen entscheiden. Wer zuerst erhöht, riskiert jedoch Absatzverluste. Verbraucher zahlen seit der Pandemie ohnehin hohe Fahrzeugpreise.
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