Stellantis bereitet eine mögliche Neuordnung seiner europäischen Werke vor, weil die Fabriken in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland deutlich unter ihrer Kapazität arbeiten. Der geplante Verkauf oder eine Aufteilung einzelner Standorte trifft damit zentrale Industrieregionen. Auslöser sind schwache Autonachfrage, verzögerte Elektro-Pläne und hohe Kosten. Delegationen chinesischer Hersteller besuchen bereits Werke in Europa. Das erhöht den politischen Druck, denn Arbeitsplätze, Zulieferer und regionale Wertschöpfung geraten in Gefahr (italpassion. 24.04.26).
Überkapazitäten zwingen Stellantis zur Neuordnung
Der Konzern bewertet seine europäische Produktion neu, weil mehrere Werke zu wenig Fahrzeuge bauen. Intern entspricht der Überhang offenbar rund vier vollständigen Fabriken. Deshalb prüft Stellantis mehrere Szenarien.

Die Nachfrage liegt weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie. Zugleich erschwert der Wechsel zum Elektroauto viele Investitionen. Außerdem verzögern neue Modelle die industrielle Planung.
Verkauf rückt neben Partnerschaften in den Fokus
Besonders häufig fallen die Namen Cassino, Rennes und Madrid. Außerdem steht ein deutscher Standort im Raum, wobei Rüsselsheim genannt wird. Stellantis hat jedoch noch keine endgültige Entscheidung veröffentlicht.
Der Verkauf einzelner Werke gilt als eine Option neben Kooperationen. Zugleich könnte Stellantis Produktionslinien mit anderen Herstellern teilen. Dadurch sollen Anlagen besser ausgelastet werden.
Chinesische Hersteller prüfen europäische Standorte
Dongfeng Motor Corporation spielt dabei eine wichtige Rolle, weil der Hersteller schon lange mit Stellantis verbunden ist. Delegationen sollen Werke in Rennes, Madrid, Italien und Deutschland besucht haben. Außerdem interessieren sich offenbar weitere chinesische Hersteller.
Ein Einstieg externer Partner könnte einzelne Standorte sichern. Zugleich würde sich die Kontrolle über europäische Autoproduktion verändern. Deshalb dürfte das Thema in Frankreich und Italien politisch brisant werden.
Italien meldet bereits mehr als 1.000 Abgänge
In Italien verschärft sich die Lage bereits, weil mehrere Werke Personal abbauen. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 1.000 Abgänge angekündigt. Besonders Melfi, Pomigliano, Mirafiori, Atessa und Termoli sind betroffen.
Der Verkauf bleibt deshalb mehr als eine Finanzfrage. Zugleich entscheidet Stellantis über die künftige Rolle Europas im Konzern. Am 21. Mai soll der neue Strategieplan mehr Klarheit bringen.
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