Thyssenkrupp schließt sein US-Werk in Terre Haute im Bundesstaat Indiana bis spätestens Ende März 2027. Der Essener Industriekonzern ordnet damit am Montag, 18. Mai 2026, sein US-Produktionsnetz in der Autozuliefer-Sparte neu. Auslöser sind veränderte Kundenanforderungen, schwankende Produktionsmengen und hohe Kosten. Zugleich bleibt Nordamerika mit rund 2,1 Milliarden Euro Jahresumsatz wichtig. Für rund 230 Mitarbeiter endet deshalb der bisherige Standort, während die Fahrgestell-Produktion nach Hamilton in Ohio wandert (wa: 18.05.26).
US-Werk in Terre Haute verliert Produktion an Ohio
Der Standort Terre Haute fertigt bisher Komponenten für das Fahrgestellgeschäft. Künftig bündelt Thyssenkrupp diese Produktion jedoch in Hamilton. Dort betreibt der Konzern bereits einen wichtigen Standort für Fahrwerks- und Dämpfersysteme. Außerdem will das Unternehmen dort Personal aufbauen.

Hamilton gewinnt damit im US-Netzwerk deutlich an Bedeutung. Zugleich reduziert Thyssenkrupp parallele Strukturen. Der Konzern will Abläufe vereinfachen und Kosten senken. Deshalb wird die Produktion aus Indiana schrittweise verlagert.
230 Mitarbeiter betroffen – Thyssenkrupp plant Übergang bis 2027
Für die Belegschaft in Terre Haute bedeutet die Entscheidung einen harten Einschnitt. Rund 230 Mitarbeiter arbeiten dort. Dennoch soll der Standort nicht sofort schließen. Thyssenkrupp plant den Rückzug bis spätestens Ende März 2027.
Das US-Werk bleibt damit noch für eine Übergangszeit aktiv. Währenddessen muss Thyssenkrupp laufende Kundenaufträge absichern. Der Konzern muss außerdem Maschinen, Lieferketten und Personalplanung koordinieren. Gerade dieser Übergang entscheidet über die Stabilität der Versorgung.
Umbau der Autosparte verschärft den Standortdruck
Die Schließung gehört zu einem größeren Umbau der Automotive-Sparte. Thyssenkrupp hatte bereits eine neue Struktur für den Bereich angekündigt. Die Sparte soll leistungsfähiger und kapitalmarktfähig werden. Außerdem will der Konzern seine Kostenbasis deutlich verbessern.
Dazu zählt auch ein bereits beschlossener Abbau von rund 1800 Stellen. Thyssenkrupp will dadurch mehr als 150 Millionen Euro einsparen. Das US-Werk in Indiana ist deshalb Teil einer breiteren Neuordnung. Der Schritt zeigt zugleich, wie eng Standortfragen inzwischen mit Kosten und Auslastung verknüpft sind.
Nordamerika bleibt wichtig, doch die Standorte werden neu sortiert
Trotz der Werksschließung zieht sich Thyssenkrupp nicht aus Nordamerika zurück. Die Region bleibt für die Autozuliefer-Sparte ein großer Markt. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte sie dort rund 2,1 Milliarden Euro Umsatz. Zugleich verlangt der Markt flexiblere Strukturen.
Der Fall zeigt jedoch den Druck auf Autozulieferer. Kundenprogramme ändern sich schneller. Stückzahlen schwanken stärker. Deshalb konzentriert Thyssenkrupp die Produktion dort, wo der Konzern bessere Kosten und stabilere Abläufe erwartet.
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