Nördlingen verliert Varta-Werk: 350 Jobs fallen nach verlorenem Apple-Auftrag weg

Varta beendet in Nördlingen im Herbst 2026 die Produktion wiederaufladbarer Knopfzellen der Varta Micro Production GmbH, weil der wichtige Großkunde Apple seinen Auftrag nicht verlängert. Die Fertigung war fast vollständig auf diesen Kunden ausgerichtet. Rund 350 Beschäftigte verlieren deshalb ihren Arbeitsplatz, während der betroffene Werksteil nach dem Auslaufen des Auftrags seine wirtschaftliche Grundlage verliert. Der Auftrag endet voraussichtlich Ende Oktober 2026. Die starke Abhängigkeit von einem einzelnen Kunden verschärfte die Lage erheblich.


Apple-Auftrag bricht weg und trifft den Batteriehersteller hart

Varta nennt den Großkunden offiziell nicht beim Namen. Mehrere Berichte nennen jedoch Apple als bisherigen Abnehmer der CoinPower-Knopfzellen. Diese Zellen kamen demnach in AirPods zum Einsatz.

Nördlingen verliert Vartas Knopfzellen-Werk: 350 Jobs fallen weg. V4Smart bleibt jedoch am Standort bestehen
Nördlingen verliert Vartas Knopfzellen-Werk: 350 Jobs fallen weg. V4Smart bleibt jedoch am Standort bestehen

Die neue Produktgeneration soll jedoch nicht mehr aus Bayern kommen. Künftige Zellen sollen laut Berichten aus China bezogen werden. Deshalb verliert Varta einen Auftrag, der das Werk lange getragen hatte.

Nördlingen bleibt nicht komplett ohne Batteriefertigung

Wichtig ist jedoch die genaue Einordnung. Varta schließt nicht jede industrielle Aktivität am Ort. Betroffen ist die Knopfzellen-Produktion der Varta Micro Production GmbH.

Die V4Smart-Produktion in Nördlingen soll dagegen weiterlaufen. Dort entstehen Lithium-Ionen-Rundzellen für den Automotive-Bereich. Porsche hält seit März 2025 die Mehrheit an V4Smart, während Varta nur noch Minderheitsgesellschafter ist.


Schwacher Dollar und Preisdruck verschärfen die Lage

Der Auftragsverlust trifft Varta jedoch nicht allein. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit starkem Wettbewerb aus Asien. Hinzu kamen steigende Kosten und eine angespannte Ertragslage.

Insider verweisen außerdem auf den schwachen Dollar. Varta soll mit den Knopfzellen zuletzt kaum noch Geld verdient haben. Deshalb fehlte der Produktion offenbar schon vor der Kündigung des Großkunden eine stabile Renditebasis.

Stellenabbau wird zum nächsten Rückschlag der Sanierung

Varta will nun gemeinsam mit dem Betriebsrat Lösungen für die betroffenen Beschäftigten suchen. Dazu können Versetzungen an andere Standorte gehören. Dennoch bedeutet die Entscheidung für Nördlingen einen schweren Einschnitt.

Der Fall zeigt außerdem eine Schwäche der deutschen Batteriefertigung. Technische Qualität schützt nicht, wenn Großkunden günstigere Lieferketten wählen. Varta verliert deshalb nicht nur 350 Stellen, sondern auch industrielle Wertschöpfung in Bayern.

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