Rücklagen aufgebraucht – Millionen Haushalte fürchten den nächsten Preisschock

In Deutschland wächst nach dem jüngsten Anstieg der Ölpreise die Angst vor neuen Preisschock beim täglichen Einkauf, denn viele Haushalte haben kaum noch Rücklagen. Auslöser sind deutlich höhere Kosten für Energie, Sprit und den täglichen Einkauf, die das Leben zuletzt spürbar verteuert haben. Im März stieg die Inflationsrate auf 2,7 Prozent, zugleich lagen Haushaltsenergie und Kraftstoffe 7,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der entscheidende Risikofaktor liegt im fehlenden finanziellen Puffer, denn nur ein kleiner Teil der Haushalte kann weitere Belastungen noch abfedern. Besonders betroffen sind Menschen mit niedrigen Einkommen, die Preissteigerungen sofort beim Tanken, Heizen und Einkaufen spüren (stern: 15.04.26).


Rücklagen reichen bei vielen nicht mehr aus

Die finanzielle Lage vieler Verbraucher hat sich deutlich verschärft, während der Alltag gleichzeitig teurer geworden ist. Laut Umfrage verfügt nur gut ein Fünftel der Haushalte noch über ausreichende Reserven, um steigende Lebenshaltungskosten aufzufangen. Ein deutlich größerer Teil sieht dagegen zu wenig Spielraum, weshalb schon die nächste Preiswelle zum Problem werden kann.

Rücklagen schwinden rasant: In Deutschland wächst die Angst vor einem neuen Preisschock bei Energie und Lebensmitteln
Rücklagen schwinden rasant: In Deutschland wächst die Angst vor einem neuen Preisschock bei Energie und Lebensmitteln

Noch ernster ist die Lage bei jenen, deren Polster bereits verschwunden sind oder nie vorhanden waren. 16 Prozent der Befragten haben ihre Ersparnisse nach eigener Einschätzung bereits vollständig aufgebraucht, außerdem hatten 22 Prozent von Anfang an keine nennenswerten Reserven. Die Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz sagte dazu: „Die Menschen bekommen die Krise über höhere Preise direkt beim Einkaufen und Tanken zu spüren – vor allem die unteren Einkommensgruppen haben keine Rücklagen mehr, um dies abzufedern“.

Angst vor Energie, Sprit und weiter steigenden Preisen

Die Sorge vor einem neuen Kostenschub sitzt tief, weil viele Verbraucher die Folgen an der Zapfsäule und auf der Stromrechnung bereits direkt erleben. Mehr als drei Viertel der Befragten rechnen mit weiter steigenden Preisen im Allgemeinen, während 76 Prozent vor allem bei Strom und Sprit zusätzliche Belastungen erwarten. Deshalb wächst die Unsicherheit nicht nur bei Geringverdienern, sondern auch in Haushalten mit bislang stabilen Finanzen.

Der Preisdruck hängt eng mit den jüngsten Verwerfungen auf den Energiemärkten zusammen, die den Alltag in Deutschland erneut verteuert haben. Erstmals seit Dezember 2023 zog die Energie wieder kräftig an, wobei vor allem Kraftstoffe und Heizöl deutlich teurer wurden. Die Bundesregierung reagierte zwar mit einer befristeten Steuersenkung auf Diesel und Benzin von rund 17 Cent brutto je Liter, jedoch bleibt offen, wie stark diese Entlastung im Alltag wirklich wirkt.


Was die Preiswelle für Verbraucher jetzt bedeutet

Für viele Familien zählt deshalb inzwischen jeder Einkauf, während größere Anschaffungen weiter nach hinten rücken. Wer keine Rücklagen mehr besitzt, kann Nachzahlungen, Reparaturen oder neue Belastungen kaum noch ausgleichen. Das verschärft den Druck auf den Konsum, zugleich sinkt die Fähigkeit vieler Haushalte, weitere Krisen finanziell zu überstehen.

Die Entwicklung trifft das Land an einem empfindlichen Punkt, weil die Preisfolgen breit in den Alltag hineinwirken. Steigende Kosten bei Energie ziehen oft höhere Belastungen in anderen Bereichen nach sich, außerdem bleibt die Unsicherheit über die nächsten Monate groß. Solange sich Preise auf hohem Niveau halten oder weiter steigen, dürfte die Angst vor dem nächsten Preisschock bei vielen Verbrauchern bestehen bleiben.

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