Offshore-Windprojekte vor ungewisser Zukunft – BP und Total Energies wollen offenbar aussteigen

Mehrere große Offshore-Windprojekte in Nordsee und Ostsee stehen in Deutschland vor einer ungewissen Zukunft, weil BP und Total Energies offenbar aus milliardenschweren Vorhaben aussteigen wollen. Auslöser sind hohe Auktionszahlungen, gestiegene Kosten und verzögerte Netzanschlüsse. Damit geraten zentrale Ausbauziele der Bundesregierung ins Wanken. Die Finanzierung der Flächen und Netzanbindungen wird zum Kernproblem. Deshalb könnten geplante Windstrom-Mengen ausfallen, Investitionen wackeln und Stromkunden später höhere Kosten tragen (tagesschau: 18.05.26).


Offshore-Windprojekte werden zum Test für die Energiewende

BP und Total Energies hatten sich 2023 große Flächen für Windparks auf See gesichert. Bei der Auktion kamen rund 12,6 Milliarden Euro zusammen. Zugleich hoffte die Bundesregierung auf einen starken Schub für den Ausbau auf See.

Offshore-Windprojekte wackeln, weil hohe Auktionszahlungen, gestiegene Kosten und verspätete Netzanschlüsse die Rendite gefährden
Offshore-Windprojekte wackeln, weil hohe Auktionszahlungen, gestiegene Kosten und verspätete Netzanschlüsse die Rendite gefährden

Doch die hohen Gebote werden nun zum Problem. Sie belasten die Wirtschaftlichkeit der Projekte erheblich. Außerdem haben sich Zinsen, Baukosten und Lieferkettenrisiken verändert. Damit verschieben sich die Voraussetzungen, unter denen die Konzerne ihre Investitionen geplant hatten.

Hohe Gebote treffen auf verspätete Netzanschlüsse

Der Netzanschluss entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg von Windparks auf See. Ohne Leitung zum Festland kann selbst ein fertiger Windpark keinen Strom einspeisen. Deshalb wiegen Verzögerungen bei solchen Projekten besonders schwer.

Für die Konzerne entsteht dadurch ein finanzielles Problem. Sie müssen hohe Zahlungen leisten, während Erlöse später fließen könnten. Außerdem laufen Planungskosten, Finanzierungskosten und technische Vorleistungen weiter. Offshore-Windprojekte werden dadurch deutlich riskanter als bei der Auktion angenommen.


Stromkunden könnten höhere Kosten tragen

Die Folgen könnten auch private Haushalte und Unternehmen erreichen. Ein Teil der Auktionserlöse sollte die Stromkosten senken und Netzinfrastruktur mitfinanzieren. Wenn Zahlungen ausbleiben, entstehen jedoch Finanzierungslücken.

Solche Lücken könnten später über Umlagen oder Netzentgelte bei Stromkunden landen. Zugleich drohen zusätzliche Kosten, wenn Flächen erneut ausgeschrieben werden müssen. Außerdem verlieren Netzbetreiber wertvolle Zeit. Offshore-Windprojekte bleiben jedoch entscheidend, weil Deutschland mehr verlässlichen Strom aus erneuerbaren Quellen braucht.

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