Hochwald Foods aus Thalfang im Hunsrück treibt Mitte Mai 2026 einen tiefen Umbau voran und prüft dabei die Zukunft von zwei Molkerei-Standorten. Betroffen sind das Bärenmarke-Werk in Weiding in der Oberpfalz und der Standort Karlsruhe, während die Geschäftsleitung die Pläne bei einer Betriebsversammlung erläuterte. Auslöser ist eine geplante Strukturanpassung. Entscheidend ist dabei, ob die Werke in Weiding und Karlsruhe wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben. Für Mitarbeiter, Lieferketten und die Markenproduktion drohen deshalb spürbare Folgen, auch wenn noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist (agrarheute; 11.05.26).
Zwei Werke geraten in den Fokus
In Weiding produziert Hochwald Foods Produkte der Marke Bärenmarke für Nestlé. Das Werk gilt jedoch als technisch veraltet und rückt deshalb in den Mittelpunkt der Prüfung. Karlsruhe steht zugleich zur Debatte, weil dort vor allem H-Milch abgefüllt wird.

Die Unternehmensführung vermeidet bisher eine konkrete Festlegung. Hochwald-Chef Detlef Latka erklärte jedoch: „Wir überprüfen regelmäßig alle Standorte auf ihre Wettbewerbsfähigkeit“. Diese Aussage lässt offen, ob beide Werke schließen oder ob Hochwald andere Maßnahmen wählt.
Bärenmarke bleibt als zentrale Verbrauchermarke
Der Umbau betrifft nicht nur einzelne Fabriken. Hochwald Foods will außerdem Marketing und Vertrieb neu ordnen, nachdem ein Top-Manager aus dem Vorstand ausscheidet. Die Neuorganisation soll ab Ende Mai anlaufen und steht zugleich im Zusammenhang mit den Strategien „Hochwald 2020“ und „Prepared for tomorrow“.
Im Markengeschäft besitzt Hochwald inzwischen deutlich weniger Breite. Die Joghurtmarken Elinas und Lünebest gingen bereits an Theo Müller. Bärenmarke bleibt deshalb als wichtigste Verbrauchermarke übrig und trägt rund 200 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von etwa 2,2 Milliarden Euro bei.
Konzern weist Übernahmegerüchte zurück
Hochwald Foods will sich mit dem Umbau stärker auf Kunden im In- und Ausland ausrichten. Das Ziel lautet, unter die drei wichtigsten Lieferanten in diesem Geschäft vorzurücken. Dafür prüft der Konzern offenbar auch schmerzhafte Einschnitte im eigenen Werksnetz.
Der Vorstand weist zugleich Spekulationen über eine Übernahme zurück. „Ehrenamtliche Organe und Geschäftsführung werden auch in Zukunft alles daransetzen, dass die Unternehmensgruppe eigenständig bleibt“, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Neben Weiding und Karlsruhe betreibt Hochwald weiterhin Standorte in Mechernich, Thalfang, Hungen, Hünfeld und im niederländischen Bolsward.
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