Bei Leverkusen haben sich Linksextreme des „Kommando Angry Birds“ zu einer Sabotage an der Bahnstrecke Köln-Düsseldorf bekannt. Am Freitag, 10. Juli 2026, brannte ein Kabelschacht nahe der Wupperbrücke in Rheindorf. Bei den Reparaturen fanden Fachkräfte zudem einen zweiten Brandsatz rund 200 Meter entfernt. Mehrere Signalkabel wurden beschädigt, weshalb die Bahn den Abschnitt Leverkusen-Mitte–Langenfeld sperrte. Fern- und Regionalzüge fielen aus, wurden umgeleitet oder verspäteten sich um rund 30 Minuten. Die Strecke ist inzwischen repariert, doch bis zum 15. Juli waren keine Festnahmen oder identifizierten Tatverdächtigen öffentlich bekannt. Frei zugängliche Kabelanlagen erleichtern solche Angriffe und bleiben deshalb eine Schwachstelle des weitläufigen Bahnnetzes.
Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandlegung aus
Techniker bemerkten das Feuer am Freitagvormittag an der Eisenbahnbrücke über die Wupper nahe der Solinger Straße. Die Feuerwehr löschte den Brand, jedoch hatte die Hitze bereits wichtige Leitungen der Signaltechnik beschädigt. Staatsanwaltschaft und Polizei Köln gehen inzwischen von vorsätzlicher Brandlegung aus. Einen technischen Defekt halten Sicherheitskreise dagegen für wenig wahrscheinlich.

Das Bekennerschreiben erschien am folgenden Morgen auf der linken Plattform Indymedia. Darin beschreibt das „Kommando Angry Birds“ zwei Brandsätze mit Zeitschaltern und Grillanzünder. Sicherheitskreise halten die Erklärung für authentisch, während die Polizei deren Echtheit weiterhin offiziell prüft. NRW-Innenminister Herbert Reul erklärte zudem, bei mindestens einem Tatort sei die Urheberschaft der Gruppierung „relativ sicher“.
Linksextreme bleiben trotz Bekennerschreiben unbekannt
Der Staatsschutz untersucht das Schreiben und mögliche Verbindungen zu früheren Anschlägen. Bis zum 15. Juli nannten die Behörden jedoch weder Tatverdächtige noch Durchsuchungen, Festnahmen oder Haftbefehle. Der Verfassungsschutz bewertet das „Kommando Angry Birds“ eher als offene Aktionsbezeichnung denn als feste Organisation. Diese dezentrale Struktur erschwert deshalb die Zuordnung einzelner Täter und die gerichtsfeste Aufklärung.
Das Kommando reklamierte bereits mehrere Angriffe auf Bahn- und Energieanlagen im Rheinland. Im Januar 2025 brannte ein Bahnkabel bei Düsseldorf, während im Juli 2025 die Hauptstrecke Düsseldorf-Duisburg tagelang gestört war. Anfang 2026 bekannte sich die Gruppierung außerdem zu einem gescheiterten Angriff auf ein Umspannwerk in Erkrath. Die Ermittler prüfen deshalb, ob zwischen diesen Fällen und der Sabotage bei Leverkusen Zusammenhänge bestehen.
Bahnstrecke repariert, Infrastruktur bleibt leicht erreichbar
Die Bahn arbeitete nach dem Anschlag durchgehend an den beschädigten Kabeln. Am Samstagabend kurz nach 19 Uhr gab sie den Abschnitt wieder frei, deshalb rollten die Züge anschließend ohne Einschränkungen. Während der Sperrung mussten Reisende jedoch mit Ausfällen, Umleitungen und längeren Fahrzeiten rechnen. Weitere Störungen an einer Brücke in Opladen und an der Oberleitung bei Wuppertal verschärften die Lage im regionalen Netz.
Ein vollständiger Schutz aller Kabelschächte ist dennoch kaum möglich. Deutschland verfügt über mehrere Zehntausend Kilometer Bahnstrecke, während viele technische Anlagen außerhalb geschlossener Bereiche liegen. Linksextreme können dort mit einfachen Brandmitteln erhebliche Schäden und überregionale Zugausfälle verursachen. Infrastruktur-Experte Manuel Atug fordert deshalb neben Schutztechnik vor allem ein stärkeres Notfallmanagement. Schnelle Reparaturteams können die Folgen begrenzen, auch wenn sie gezielte Sabotage nicht vollständig verhindern.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Stern (14.07.26) – Railmarket (13.07.26) – WDR (11.07.26) – Deutsche Bahn (11.07.26) – Polizei Nordrhein-Westfalen (11.07.26)
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