Insolvenzwelle rollt über Deutschland – 2025 ging alle 20 Minuten ein Unternehmen pleite

2025 haben in Deutschland rund 24.000 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Das waren knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 2014 nicht mehr. Im Schnitt traf die Insolvenzwelle damit alle 20 Minuten ein Unternehmen. Hohe Energiekosten, wachsende Bürokratie, geopolitische Risiken und schwache Nachfrage belasten den Standort Deutschland zunehmend. Der Irankrieg verschärfte die Lage zusätzlich, weil Öl- und Gaspreise erneut stiegen und deshalb Produktion, Beschaffung, Investitionen und Planung erschwerten. Besonders betroffen sind kleine Firmen und Mittelständler, jedoch reicht das Risiko längst viel weiter. Schon jetzt gelten 322.470 Unternehmen als insolvenzgefährdet, das sind 10,3 Prozent aller Firmen in Deutschland (focus: 14.03.26).


Insolvenzwelle gewinnt durch Krieg und Energiepreise weiter an Schärfe

Für viele Betriebe brachte 2025 keine Erholung, sondern den nächsten Rückschlag. Zwar gab es zuvor einzelne positive Signale, jedoch verloren sie durch den Irankrieg schnell an Kraft. Mit den höheren Öl- und Gaspreisen stiegen die Belastungen in vielen Branchen sofort. Das traf vor allem Unternehmen, die stark von Energiekosten, Transport oder Vorprodukten abhängen.

Insolvenzwelle in Deutschland: 24.000 Firmenpleiten im Jahr 2025 - alle 20 Minuten meldete ein Unternehmen Insolvenz an
Insolvenzwelle in Deutschland: 24.000 Firmenpleiten im Jahr 2025 – alle 20 Minuten meldete ein Unternehmen Insolvenz an

Zugleich hielten viele Verbraucher ihr Geld zusammen, weil die Lebenshaltungskosten hoch blieben. Das schwächte den Absatz, während zahlreiche Firmen bereits mit knappen Margen arbeiteten. Hinzu kamen bürokratische Lasten und eine unsichere Weltlage, die Investitionen zusätzlich ausbremsten. Der Außenwirtschaftschef der DIHK, Volker Treier, sagte dazu: „2025 war ein ausgesprochen schwaches Jahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland“. Außerdem erklärte er: „Im Schnitt musste in Deutschland alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmelden.“

Regionale Unterschiede fallen deutlich aus

Besonders hoch war die Insolvenzwelle in Berlin. Dort kamen 117 Pleiten auf 10.000 Unternehmen, während der Bundesdurchschnitt bei 77 lag. Auch Nordrhein-Westfalen mit 103, Hamburg mit 98, Hessen mit 88 und Bremen mit 85 lagen klar darüber. Bayern erreichte dagegen nur 56 und blieb deshalb deutlich unter dem Schnitt.

In absoluten Zahlen stand Nordrhein-Westfalen mit 6502 Insolvenzen an der Spitze. Dahinter folgten Bayern mit 3316 Fällen und Baden-Württemberg mit 2706 Fällen. Beim Anstieg gegenüber 2024 fiel Hessen besonders stark auf, denn dort legte die Zahl um 27,2 Prozent zu. Thüringen kam auf plus 21,7 Prozent und Sachsen-Anhalt auf plus 20,4 Prozent. Nur das Saarland wich vom Trend ab, denn dort sank die Zahl der Firmeninsolvenzen um 27,9 Prozent.


Junge Firmen geraten besonders in die Krise

Am stärksten traf die Insolvenzwelle jüngere Unternehmen. Fast 59 Prozent der insolventen Firmen waren jünger als zehn Jahre, während Betriebe im Alter von fünf bis sechs Jahren mit 15 Prozent die größte Einzelgruppe stellten. Das zeigt, wie anfällig junge Geschäftsmodelle in einer Phase hoher Kosten und schwacher Nachfrage bleiben. Zugleich fehlen oft die Reserven für längere Krisen.

Ältere Unternehmen standen zwar etwas stabiler da, jedoch blieben auch sie nicht verschont. Firmen mit mehr als zehn Jahren Marktpräsenz stellten 41 Prozent der Insolvenzen. Für 2026 zeichnet sich zudem keine Entspannung ab, denn die Insolvenzwelle könnte aufgrund der massiv gestiegenen Energiekosten durch den Iran-Krieg noch deutlich weiter anschwellen.

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