Güterverkehr vor Einschnitt – DB Cargo streicht fast jede zweite Stelle bis 2030

DB Cargo treibt den bereits im Februar angekündigten Abbau von 6.200 der rund 14.000 Stellen in Deutschland voran, weil die Güterbahn aus den roten Zahlen kommen und langfristig profitabler arbeiten soll. Bis Mitte Juni soll deshalb ein Interessenausgleich stehen. Der Stellenabbau soll bis 2030 laufen. Besonders brisant ist der Schritt, weil der Bund mehr Güterverkehr auf Schiene und Wasserstraße bringen will. Zugleich gehört die Deutsche Bahn vollständig dem Bund (airliners: 22.05.26).


DB Cargo plant tiefen Personalabbau

Konzernchef Bernhard Osburg nennt den Abbau unumgänglich. Nach seinen Angaben verlangt ein Sanierungsgutachten die Streichung von 6.200 Stellen. Dadurch soll DB Cargo aus den roten Zahlen kommen.

DB Cargo kürzt Tausende Jobs. Der Güterverkehr steht damit im Konflikt mit Klima- und Transportzielen des Bundes
DB Cargo kürzt Tausende Jobs. Der Güterverkehr steht damit im Konflikt mit Klima- und Transportzielen des Bundes

Das Unternehmen peilt langfristig drei Prozent Rentabilität an. Außerdem sollen bis 2030 Sanierungsmaßnahmen im Gegenwert von einer Milliarde Euro greifen. Der Personalabbau bildet deshalb nur einen Teil des Umbaus.

Güterverkehr wird zum politischen Zielkonflikt

Die Bundesregierung will die Emissionen im Verkehr senken. Deshalb braucht Deutschland mehr Transporte abseits der Straße. Schiene und Wasserstraße spielen dabei eine zentrale Rolle.

Genau hier liegt jedoch der Konflikt. Der bundeseigene Bahnkonzern verkleinert seine Gütersparte massiv. Damit rückt die Frage näher, wie der Güterverkehr künftig wachsen soll.

Nordrhein-Westfalen spürt die Folgen konkret

In Nordrhein-Westfalen beschäftigt DB Cargo nach Osburgs Angaben rund 3.300 Menschen. Außerdem betreibt das Unternehmen dort etwa ein Dutzend Standorte. Deshalb bekommt die Sanierung in dem Bundesland besonderes Gewicht.

Oberhausen betrifft vor allem die Instandhaltung. DB Cargo will diesen Bereich an eine andere Bahn-Tochter verkaufen. Dadurch geht es dort um eine zweistellige Zahl an Stellen.


Duisburg muss mit Anpassungen rechnen

Auch Duisburg zählt zu den genannten Standorten. Dort befindet sich ein großer Control Tower für Planung, Disposition und Vertrieb. Dieser Bereich soll jedoch an das künftige Geschäft angepasst werden.

Osburg will den Abbau sozialverträglich gestalten. Dabei verweist er auf viele Beschäftigte im rentennahen Alter. Außerdem soll der konzerninterne Arbeitsmarkt Wechsel innerhalb der Deutschen Bahn ermöglichen.

Sanierung löst das Grundproblem nicht

Der Sparkurs kann die Bilanz von DB Cargo verbessern. Für die Verkehrspolitik reicht das jedoch nicht. Ohne wirtschaftlich tragfähiges Modell entstehen keine zusätzlichen Kapazitäten auf der Schiene.

Der Bund steht deshalb vor einem doppelten Problem. Einerseits soll der Transportsektor weniger Emissionen verursachen. Andererseits schrumpft der eigene Güterbahnbereich, während mehr Güter auf die Schiene müssten.

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