Grüner Stahl in der Krise – Deutschlands Stahlwerke finden kaum Käufer

In Deutschland stockt der Umbau der Stahlindustrie, weil grüner Stahl trotz geplanter Milliardeninvestitionen kaum zahlungsbereite Kunden findet. Betroffen sind wichtige Stahlwerke in Duisburg, Bremen, Eisenhüttenstadt, Salzgitter und im Saarland. Auslöser sind hohe Stromkosten, teurer Wasserstoff und eine schwache Nachfrage aus Schlüsselbranchen. Zugleich verschärfen billige Importe aus Asien den Wettbewerb. Deshalb geraten Förderprojekte, Industriearbeitsplätze und die Klimaziele der Stahlbranche in Gefahr (tagesschau: 19.05.26)


Grüner Stahl braucht Käufer statt nur Fördergeld

Die deutschen Stahlhersteller wollen ihre Produktion grundlegend umbauen. Außerdem sollen Wasserstoff, Direktreduktion und Elektroöfen den Einsatz von Kohle verringern. Diese Technik senkt den CO₂-Ausstoß, kostet jedoch sehr viel Geld.

Grüner Stahl findet kaum Kunden: Hohe Kosten, teurer Wasserstoff und billige Importe bremsen Deutschlands Stahlwerke
Grüner Stahl findet kaum Kunden: Hohe Kosten, teurer Wasserstoff und billige Importe bremsen Deutschlands Stahlwerke

Viele Abnehmer sprechen über klimafreundliche Lieferketten. Doch sie bestellen weiterhin meist den günstigsten Stahl. Deshalb fehlt den Konzernen die Sicherheit für neue Anlagen.

Energiepreise bremsen die Stahlwende

Grüner Stahl bleibt besonders teuer, weil die neuen Verfahren viel Strom benötigen. Außerdem fehlt günstiger Wasserstoff in großen Mengen. Dadurch verschieben sich geplante Investitionen oder verlieren an Wirtschaftlichkeit.

Die schwache Konjunktur verschärft die Lage zusätzlich. Autoindustrie, Maschinenbau und Bauwirtschaft kaufen weniger Stahl. Während die Nachfrage sinkt, steigen die Anforderungen an eine klimafreundliche Produktion.


ArcelorMittal stoppt wichtige Projekte

ArcelorMittal hat seine Pläne für Bremen und Eisenhüttenstadt gestoppt. Außerdem verzichtet der Konzern auf rund 1,3 Milliarden Euro staatliche Förderung. Dieser Schritt zeigt, wie unsicher der Markt für klimafreundlichen Stahl derzeit bleibt.

Auch andere Hersteller prüfen ihre Vorhaben genauer. Sie fordern verlässliche Strompreise, schnellere Wasserstoffnetze und verbindliche Nachfrage. Deshalb rückt die Rolle des Staates stärker in den Mittelpunkt.

Leitmärkte könnten den Durchbruch bringen

Öffentliche Aufträge könnten grüner Stahl schneller in den Markt bringen. Brücken, Schienen, Stromnetze und Gebäude brauchen große Stahlmengen. Außerdem würden klare Vorgaben den Werken mehr Planungssicherheit geben.

Ohne solche Leitmärkte bleibt der Umbau riskant. Deutschland will klimafreundliche Grundstoffe herstellen, doch viele Kunden achten weiter zuerst auf den Preis. Deshalb entscheidet sich die Zukunft der Stahlwende nicht nur im Werk, sondern auch bei Käufern und Politik.

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