Der Automatisierungsspezialist Festo plant in Deutschland den Abbau von rund 1300 Stellen. Das Unternehmen reagiert damit auf schwächere Märkte, stärkere Konkurrenz aus Asien und geopolitische Krisen. Dazu beeinflusst die aktuelle Wirtschaftskrise das Geschäft erheblich. Der Umsatz fiel 2025 um 3,7 Prozent auf rund 3,33 Milliarden Euro. Für die rund 8200 Beschäftigten in Deutschland wächst deshalb die Unsicherheit (t-online: 09.05.26).
Festo will Kosten senken und Strukturen verschlanken
Das Unternehmen startet ein weltweites Transformationsprogramm, weil Wachstum und Effizienz steigen sollen. Dafür soll die Organisation in Deutschland schlanker werden. Außerdem will der Konzern finanziellen Spielraum für Investitionen schaffen.

Der Stellenabbau betrifft verschiedene Bereiche. Konkrete Details stehen jedoch noch nicht fest. Unternehmen und Betriebsrat verhandeln deshalb über eine sozialverträgliche Umsetzung.
Gewerkschaft kritisiert den Stellenabbau scharf
Die IG Metall reagiert mit deutlicher Kritik. Gewerkschaftsfunktionär Max Czipf aus Esslingen sagte: „Das hat uns und die Beschäftigten eiskalt erwischt“. Außerdem sorgt das Ausmaß der Pläne in der Region für erhebliche Unruhe.
Die Gewerkschaft hält den Schritt für falsch. Sie sieht Risiken für den Industriestandort. Czipf warnte deshalb: „Wer in dieser wirtschaftlichen Krise Jobs abbaut, verantwortet den Schaden am Industriestandort“.
Umsatz sinkt seit drei Jahren in Folge
Ende 2025 beschäftigte Festo weltweit rund 20.600 Mitarbeiter. Das entsprach dem Stand des Vorjahres. In Deutschland arbeiteten davon etwa 8200 Mitarbeiter.
Trotz stabiler Beschäftigtenzahl verschlechterte sich die Umsatzentwicklung. 2022 erzielte der Konzern noch rund 3,81 Milliarden Euro Umsatz. 2025 lag der Wert jedoch nur noch bei etwa 3,33 Milliarden Euro.
Automatisierung bleibt Kern des Geschäfts
Festo liefert Technik für industrielle Steuerung und Automatisierung. Dazu gehören pneumatische Geräte, Software und KI-Lösungen. Außerdem bedient das Unternehmen Branchen wie Lebensmittelindustrie, Autoindustrie und Medizintechnik.
Neben der Industrieautomation spielt technische Bildung eine wichtige Rolle. Der Konzern arbeitet zudem an Bioreaktoren für nachhaltige industrielle Anwendungen. Der geplante Jobabbau zeigt jedoch die Schärfe der Industrielage.
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