Utah genehmigt gigantisches KI-Rechenzentrum mit 9 Gigawatt Leistung

Im US-Bundesstaat Utah hat die Military Installation Development Authority am 24. April 2026 das Projekt Stratos in Box Elder County genehmigt, während die County Commission am 4. Mai grünes Licht gab. Der Campus von O’Leary Digital soll auf rund 40.000 Acres Privatland sowie 1.200 Acres staatlicher und militärischer Flächen entstehen. Auslöser ist der rasch steigende Strombedarf durch KI-Rechenzentren, zugleich verweist Kevin O’Leary auf den Wettbewerb mit China. Der entscheidende Risikofaktor liegt jedoch im Umfang: Stratos soll bis zu 9 Gigawatt Leistung erzeugen und verbrauchen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie Utah derzeit im Durchschnitt nutzt. Betroffen sind deshalb Anwohner, Wasserressourcen, Luftqualität und die regionale Infrastruktur (tomshardware: 29.04.26).


Projekt Stratos soll soll Strombedarf selbst erzeugen

Der Standort soll jedoch nicht direkt am bestehenden Stromnetz hängen. Die Betreiber planen eine eigene Energieversorgung über Erdgas. Dafür soll das Projekt an die Ruby Pipeline angebunden werden, die Erdgas von Wyoming in Richtung Oregon transportiert.

Utah plant mit Stratos ein 9-Gigawatt-Rechenzentrum, das mehr Stromleistung erreichen soll als der Bundesstaat derzeit nutzt
Utah plant mit Stratos ein 9-Gigawatt-Rechenzentrum, das mehr Stromleistung erreichen soll als der Bundesstaat derzeit nutzt

Die erste Ausbaustufe soll rund 3 Gigawatt liefern. Im Endausbau peilt O’Leary Digital 9 Gigawatt zur Deckung des Strombedarfs an. MIDA-Chef Paul Morris erklärte dazu, die Anlage werde „kein einziges Elektron“ aus dem bestehenden Netz ziehen. Überschüssiger Strom könne außerdem später eingespeist werden.

Steuerdeals sollen Cloud-Konzerne anlocken

Utah setzt zugleich auf hohe Einnahmen. MIDA senkte dafür die Energieverbrauchssteuer von 6 Prozent auf 0,5 Prozent. Außerdem sollen 80 Prozent der Grundsteuereinnahmen aus dem Projekt an O’Leary Digital zurückfließen.

Trotz dieser Vergünstigungen rechnet Box Elder County in der ersten Phase mit rund 30 Millionen Dollar pro Jahr. Bei voller Auslastung sollen es mehr als 100 Millionen Dollar werden. Der Bundesstaat erwartet zusätzlich etwa 250 Millionen Dollar Umsatzsteuer pro Jahr. Außerdem nennt MIDA rund 2.000 dauerhafte Arbeitsplätze nach der Bauphase.


Anwohner wehren sich gegen Wasser- und Umweltfolgen

Der Widerstand wächst jedoch. Einwohner aus Box Elder County organisieren Referenden gegen die Beschlüsse der County Commission. Sie kritisieren Tempo, Größe und mögliche Folgen für Wasser, Luft, Gesundheit und Lebensqualität.

Besonders das Wasser bleibt ein Konfliktpunkt. Eine beantragte Übertragung von 1.900 Acre-Feet Wasserrechten zog tausende Proteste nach sich. Der Antrag kam zunächst vom Tisch, soll jedoch mit weiteren Unterlagen neu eingereicht werden. Kritiker warnen deshalb vor einem höheren Verbrauch als bisher in der Landwirtschaft.

O’Leary verteidigt das Vorhaben dennoch als Beitrag zur KI-Infrastruktur. Er sagte vor dem MIDA-Gremium: „China hat in den vergangenen 24 Monaten 400 Gigawatt neue Leistung gebaut, und ein großer Teil davon versorgt KI-Rechenzentren.“ Danach ergänzte er: „Wir befinden uns in einem Rennen mit ihnen.“ Genau diese Argumentation zeigt jedoch den Kern des Konflikts: Der KI-Ausbau beschleunigt sich, während Regionen vor Ort die Folgen tragen.

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