Europa setzt bei der Stromerzeugung weiter auf Holzpellets. Ein erheblicher Teil davon erreicht die Kraftwerke per Frachter aus Nordamerika. Die EU verbrauchte 2023 rund 24,5 Millionen Tonnen Pellets und importierte 4,89 Millionen Tonnen hauptsächlich aus USA und Kanada. Im Jahr 2024 lagen die EU-Importe bei 4,48 Millionen Tonnen. Davon kamen rund 1,90 Millionen Tonnen über den Atlantik aus den USA. Großbritannien verbrannte 2025 sogar 9,6 Millionen Tonnen Pellets aus Importen. Kritisch bleibt die Klimabilanz, weil Waldnutzung, Verarbeitung, Trocknung, Hafenlogistik, Seetransport und Verbrennung Emissionen verursachen. Zugleich gelten Holzpellets politisch weiterhin als erneuerbare Energie.
Atlantik wird zur Energieader für Biomasse
Der europäische Pelletmarkt hängt stark an Seehäfen. Vor allem Westeuropa nutzt Lieferketten über den Atlantik. Dort können große Frachter direkt entladen werden. Außerdem liegen viele Kraftwerke nahe an Hafenanlagen und Bahntrassen.

Die Lieferkette beginnt in den USA und Kanada. Holz wird gesammelt, zerkleinert, getrocknet und gepresst. Danach bringen Lastwagen oder Züge die Pellets zu Exportterminals. Anschließend folgt die Verschiffung über Tausende Kilometer.
Großbritannien bleibt größter Importeur
Besonders sichtbar ist die Importabhängigkeit in Großbritannien. Das Land zählt zu den größten Pelletverbrauchern weltweit. Für 2024 erwartete der Markt 9,64 Millionen Tonnen Importe. Zugleich sollte der Verbrauch auf 9,85 Millionen Tonnen steigen.
Die heimische Produktion spielt dort nur eine Nebenrolle. Sie lag 2024 bei rund 219.000 Tonnen. Der industrielle Energiesektor deckt seinen Bedarf deshalb fast vollständig über Importe. Außerdem stammen große Mengen aus den USA.
EU bleibt trotz sinkender Importe abhängig
Auch die EU bleibt auf Auslandslieferungen angewiesen. Im Jahr 2023 kamen 4,89 Millionen Tonnen Holzpellets aus Drittstaaten. 2024 sank die Menge auf 4,48 Millionen Tonnen. Dennoch bleibt der Importmarkt erheblich.
Die USA waren 2024 weiter der wichtigste Lieferant. Ihr Anteil fiel jedoch von 59 auf 42 Prozent. In absoluten Zahlen sank die US-Menge auf rund 1,90 Millionen Tonnen. Zugleich gewannen Brasilien und asiatische Lieferanten an Bedeutung. (KOB)
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