Ersten Tankstellen geht der Sprit aus – Engpässe nach Start des Tankrabatts

Wenige Tage nach dem neuen Tankrabatt geht ersten Tankstellen in Deutschland der Kraftstoff aus. Aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern liegen Berichte über leere Tanks oder ausverkaufte Kraftstoffsorten vor. Besonders günstige Stationen verzeichneten einen starken Ansturm, während Nachlieferungen nicht überall Schritt hielten. Im Landkreis Northeim standen Autofahrer deshalb am Wochenende bereits vor gesperrten Zapfsäulen. Die bisherigen Fälle sprechen jedoch für lokale Lieferengpässe und nicht für einen flächendeckenden Kraftstoffmangel.

Nach dem Tankrabatt laufen erste Tankstellen leer. Niedersachsen, NRW und Bayern melden Engpässe nach starkem Ansturm
Nach dem Tankrabatt laufen erste Tankstellen leer. Niedersachsen, NRW und Bayern melden Engpässe nach starkem Ansturm
Bild: Shutterstock

Tankrabatt sorgt für sprunghaft steigende Nachfrage

Seit dem 1. Oktober gilt der Tankrabatt zunächst bis zum Jahresende. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sank um 14,04 Cent je Liter. Zusammen mit der geringeren Mehrwertsteuer ergibt sich rechnerisch eine Entlastung von rund 17 Cent. Allerdings gilt die Steuerentlastung erst für Kraftstoff, der seit dem Stichtag Raffinerien und Tanklager verlässt. Dadurch entstand zum Monatswechsel zusätzlich ein logistischer Stichtagseffekt.

Gleichzeitig nutzten viele Autofahrer die zunächst stark gefallenen Preise. Bereits am ersten Tag liefen laut NDR mehrere Stationen in Dannenberg, Lüneburg und Bad Bevensen kurzfristig leer. Dort mussten Autofahrer zeitweise auf neue Lieferungen warten. Super E10 kostete am Vormittag bundesweit durchschnittlich 14,5 Cent weniger als einen Tag zuvor. Diesel verbilligte sich zunächst um 15,2 Cent.


Tankrabatt: In mehreren Regionen sind Zapfsäulen leer

Am Wochenende verschärfte sich die Lage im Landkreis Northeim. In Hammenstedt zeigte eine Calpam-Tankstelle keine Kraftstoffpreise mehr an. Außerdem hatte die Esso-Station in Katlenburg sämtliche Zapfsäulen gesperrt. Dort war nach Angaben einer Mitarbeiterin kein Kraftstoff mehr verfügbar. Andere Stationen im Landkreis verfügten jedoch weiterhin über Benzin und Diesel.

Ähnliche Fälle gab es bereits in Nordrhein-Westfalen und Bayern. In Bönen war E10 nach einer vorgezogenen Preissenkung schon am 30. September vollständig ausverkauft. Außerdem meldete eine Tankstelle in Minden zeitweise keinen verfügbaren Kraftstoff. In Hallstadt bei Bamberg kostete Benzin zum Start des Rabatts nur 1,99 Euro. Bereits gegen 10 Uhr war der Kraftstoff dort ausverkauft.

Lokale Lieferprobleme statt bundesweiter Spritknappheit

Die Fälle zeigen bisher vor allem ein Verteilungsproblem. Sehr niedrige Preise locken viele Autofahrer gleichzeitig zu bestimmten Stationen, während deren Lagertanks nur begrenzte Mengen aufnehmen. Neue Tankwagen können diesen Nachfragesprung jedoch nicht überall unmittelbar ausgleichen. Im Landkreis Northeim kam hinzu, dass nach Angaben einer Betreiberin am Wochenende keine neuen Lieferungen eintrafen. Damit traf hohe Nachfrage dort auf begrenzte Vorräte und eine Lieferpause.

Eine allgemeine Kraftstoffknappheit lässt sich daraus bislang nicht ableiten. Der Bundesverband Freier Tankstellen erklärte für Nordrhein-Westfalen, es gebe keine Hinweise auf eine akute oder absehbare Knappheit. Dennoch zeigt der Tankrabatt erneut einen problematischen Nebeneffekt seiner Stichtagslogik. Viele Kunden verschieben das Tanken auf denselben Zeitraum und konzentrieren sich zusätzlich auf besonders günstige Anbieter. Gleichzeitig steigen die Preise nach dem ersten kräftigen Rückgang bereits wieder. Weitere lokale Engpässe sind bei starkem Andrang deshalb möglich, ohne dass Deutschland insgesamt der Sprit ausgeht.

Verfasser. Blackout News
Vewendete Quellen: HNA (05.10.26) – WA (02.10.26) – Fränkischer Tag (02.10.26) – NDR (02.10.26)

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