Ein E-Scooter-Akku hat nach neuer Berichterstattung einen tödlichen Hausbrand im englischen Bootle ausgelöst. Der Lithium-Ionen-Akku wurde am 22. September geladen, als ein elektrischer Fehler einen thermal runaway auslöste. Das Feuer erfasste das Wohnhaus in den frühen Morgenstunden, während die Familie schlief. Die Flammen breiteten sich innerhalb kurzer Zeit massiv aus. Eine 36-jährige Mutter und ihre drei Kinder starben, während eine weitere Person Verbrennungen erlitt und ins Krankenhaus kam.

Symbolbild: KI-generiert
E-Scooter-Akku wurde während der Nacht geladen
Der erste Notruf erreichte die Feuerwehr gegen 3.38 Uhr. Nur wenige Minuten später trafen die Einsatzkräfte am Brandort ein. Zu diesem Zeitpunkt stand die Doppelhaushälfte jedoch bereits weitgehend in Flammen. Sechs Löschfahrzeuge rückten deshalb an, während mehrere Trupps unter Atemschutz das Gebäude durchsuchten.
Im Obergeschoss fanden Feuerwehrleute die Mutter und ihre Kinder im Alter von 16, 8 und 7 Jahren in einem Schlafzimmer. Rettungskräfte konnten jedoch keinen der vier Bewohner mehr retten. Eine weitere Person hatte das Gebäude verlassen und musste wegen Brandverletzungen medizinisch behandelt werden.
Elektrischer Fehler löste einen thermal runaway aus
Die gemeinsame Untersuchung von Feuerwehr und Polizei führte anschließend zu einem klaren technischen Befund. Ein elektrisches Ereignis hatte den Lithium-Ionen-Akku in einen sogenannten thermal runaway versetzt. Dabei steigt die Temperatur innerhalb einer Batteriezelle unkontrolliert an. Die entstehende Wärme kann weitere Zellen erfassen und so innerhalb kurzer Zeit eine Kettenreaktion auslösen.
Der Liverpool Echo berichtete am 29. September, dass der E-Scooter-Akku zum Zeitpunkt des Brandes geladen wurde. Andere regionale Medien übernahmen diese Konkretisierung. Die öffentlich zugängliche Mitteilung der Merseyside Fire & Rescue Service nennt bislang dagegen nur einen Lithium-Ionen-Akku als Brandquelle. Hersteller, Modell, Kapazität und Alter des Akkus sind weiterhin nicht bekannt.
150 Akku-Brände in Merseyside seit 2023
Der Brand in Bootle fügt sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Seit April 2023 registrierte die Feuerwehr in Merseyside 150 Brände mit Geräten oder Batterien auf Lithium-Ionen-Basis. 67 davon ereigneten sich in Wohnhäusern. Außerdem brachen 30 dieser Wohnungsbrände zwischen 21 Uhr und 8 Uhr aus. Für denselben Zeitraum meldet die Feuerwehr fünf Todesopfer.
Gerade nächtliche Ladevorgänge erhöhen die Gefahr schwerer Folgen. Ein defekter Akku kann sich zunächst durch starke Erwärmung, ungewöhnliche Geräusche oder Gerüche bemerkbar machen. Während des Schlafens bleiben solche Warnzeichen jedoch leicht unbemerkt. Die Feuerwehr rät deshalb davon ab, Akkus nachts oder unbeaufsichtigt zu laden. Außerdem sollen ausschließlich geeignete Ladegeräte und freigegebene Ersatzakkus verwendet werden.
Ursache des elektrischen Defekts bleibt offen
Nicht geklärt ist bislang, warum der E-Scooter-Akku in Bootle versagte. Die Behörden haben weder einen Defekt am Akku noch ein ungeeignetes Ladegerät öffentlich bestätigt. Ebenso ist unbekannt, ob die Batterie beschädigt, verändert oder bereits stark gealtert war. Auch die Frage, ob der Akku im Scooter eingebaut oder separat geladen wurde, bleibt offen.
Fest steht dagegen der unmittelbare Brandmechanismus. Ein elektrischer Vorgang führte zum thermal runaway des Akkus und anschließend zum Feuer. Der Fall zeigt damit, wie schnell ein einzelner Lithium-Ionen-Akku in einem Wohnhaus einen schweren Brand verursachen kann. Besonders kritisch ist dabei die Kombination aus nächtlichem Ladevorgang, hoher Energiedichte und schneller Brandausbreitung.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Liverdpool Echo (29.09.26) – Wales Online (29.09.26) – Merseyside Fire & Rescue Service (28.09.26) – The Guardian (28.09.26)
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