Der Chef des deutschen Behördenfunks schließt Anbieter aus bestimmten Staaten aus, wenn es um aktive Netzelemente geht. Es müsse verhindert werden, dass Informationen abfließen oder Lieferketten in einer Krise unterbrochen werden, sagte Christoph Hübner einem Fachbriefing des Informationsdiensts „Süddeutsche Zeitung Dossier“. „Auf alle Fälle ist die Frage der digitalen Souveränität von großer Bedeutung. Das schließt Anbieter aus gewissen Staaten aus.“

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Zudem müsse sichergestellt sein, dass es in den Netzen keine unbemerkten Hintertüren gebe, sagte Hübner weiter. Er ist Präsident der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS), die den besonders abgesicherten Digitalfunk für Polizei, Feuerwehr und andere Einsatzkräfte betreibt.
Deutschland will den Behördenfunk den Angaben zufolge in den kommenden Jahren auf Breitband umstellen, über den künftig auch Bilder, Videos und größere Datenmengen übertragen werden können. Beim Aufbau des neuen Systems wird der Staat zunächst auch auf die Netze von Deutscher Telekom, Vodafone und Telefónica angewiesen sein. Die privaten Mobilfunknetze seien allerdings weniger sicher als das bisherige, speziell für Einsatzkräfte betriebene Funknetz, sagte Hübner weiter.
„Es ist klar, dass wir da in einer Abhängigkeit sind. Man kann das aber auch Partnerschaft nennen“, sagte Hübner. Die Behörde wolle diese Abhängigkeit begrenzen und ein eigenes, staatlich kontrolliertes Kernnetz betreiben. Das bestehende Behördenfunknetz soll bis 2040 als Rückfallebene erhalten bleiben.
Auch bei der Nutzung von Satelliten warnte Hübner vor einer zu starken Bindung an einzelne Anbieter. „Abhängigkeiten sind in jedem Fall zu vermeiden“, sagte er auf eine Frage nach dem US-Dienst Starlink. „Es darf nicht dazu führen, dass es irgendwo einen Kill Switch gibt.“
Verfasser: AFP – oer/awe
Verwendete Quellen: AFP Presseportal
