E-Auto-Steuer: Neue Abgaben sollen ausfallende Spritsteuern ersetzen

Berlin, August 2026. Mit immer mehr Elektroautos verliert der Staat langfristig Einnahmen aus Kraftstoff- und Fahrzeugsteuern. Deshalb rückt eine E-Auto-Steuer über gefahrene Kilometer oder verbrauchten Ladestrom international näher. In Deutschland ist eine solche Zusatzabgabe jedoch nicht beschlossen. Gleichzeitig erreichten reine Elektroautos im Juli 29,3 Prozent der Pkw-Neuzulassungen. Der Bund verlängerte zudem die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos bis maximal Ende 2035. Andere Länder reagieren dagegen bereits mit neuen Abgaben, die Fahrer mehrere hundert Euro jährlich kosten können.


E-Auto-Steuer soll sinkende Einnahmen aus Benzin und Diesel ersetzen

Allein die deutsche Kfz-Steuer brachte dem Bund 2025 rund 9,6 Milliarden Euro ein. Hinzu kamen knapp 37,6 Milliarden Euro Energiesteuer aus verschiedenen Energieträgern. Ein erheblicher Teil davon hängt jedoch weiterhin an Benzin und Diesel. Deshalb schrumpft diese Einnahmebasis, wenn immer mehr Verbrenner aus dem Fahrzeugbestand verschwinden.

Mit weniger Spritsteuern sucht der Staat neue Einnahmen: E-Auto-Steuer und Kilometerabgaben könnten Fahrer künftig deutlich belasten
Mit weniger Spritsteuern sucht der Staat neue Einnahmen: E-Auto-Steuer und Kilometerabgaben könnten Fahrer künftig deutlich belasten
Bild: Shutterstock

Elektroautos verursachen dagegen deutlich weniger fahrbezogene Steuereinnahmen. Außerdem verzichtet Deutschland bei vielen Fahrzeugen vollständig auf die Kfz-Steuer. Bis Ende 2030 erstmals zugelassene reine Elektroautos erhalten die Befreiung für höchstens zehn Jahre. Allerdings endet die Vergünstigung spätestens am 31. Dezember 2035. Die Bundesregierung beziffert allein die Entlastung durch diese Regelung für 2030 auf bis zu 370 Millionen Euro.

Großbritannien verlangt ab 2028 Geld für jeden Kilometer

Großbritannien hat deshalb bereits eine konkrete Entscheidung getroffen. Ab 1. April 2028 zahlen Fahrer reiner Elektroautos drei Pence für jede gefahrene Meile. Plug-in-Hybride kosten zusätzlich 1,5 Pence je Meile. Außerdem läuft die normale britische Fahrzeugsteuer parallel weiter. Bei 8.000 Meilen jährlich entstehen einem reinen Elektroauto rund 240 Pfund zusätzliche Kosten.

Auch die Schweiz arbeitet an einem Ersatz für sinkende Mineralölsteuern. Dabei liegen zwei Modelle auf dem Tisch. Die Kilometerlösung sieht für Personenwagen durchschnittlich 5,4 Rappen je Kilometer vor. Alternativ könnte der Staat den Ladestrom mit 22,8 Rappen je Kilowattstunde besteuern. Diese Steuer soll auch Strom aus privaten Ladeeinrichtungen erfassen. Allerdings braucht die Schweiz dafür eine Verfassungsänderung und damit eine Volksabstimmung. Der Start ist frühestens für 2030 vorgesehen.


Auch in Deutschland liegen Modelle für Kilometerabgaben vor

Deutschland hat bisher keine entsprechende Zusatzsteuer beschlossen. Dennoch existieren seit Jahren Vorschläge für eine nutzungsabhängige Finanzierung des Straßenverkehrs. Der Wissenschaftliche Beirat des Verkehrsministeriums untersuchte bereits verschiedene Modelle. Auch Umweltbundesamt und Agora Verkehrswende beschäftigten sich mit Kilometerabgaben. Je nach Konzept liegen genannte Größenordnungen bei 5,4 bis 6,5 Cent je Kilometer. Damit könnte eine E-Auto-Steuer bei 10.000 Kilometern Fahrleistung rechnerisch 540 bis 650 Euro jährlich erreichen.

Eine Ladestromabgabe hätte dagegen ein grundsätzliches Erfassungsproblem. Denn Fahrer können ihr Auto auch mit Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage laden. Die Schweiz will deshalb sogar solchen privat erzeugten Ladestrom in ihr Modell einbeziehen. Eine Kilometerabgabe erfasst dagegen die Nutzung unabhängig von der Stromquelle. Großbritannien setzt deshalb künftig auf den Tachostand und einen geschätzten Jahreskilometerstand. Für deutsche Autofahrer bleibt entscheidend: Eine konkrete Einführung steht derzeit nicht fest, doch andere Staaten schaffen bereits die technischen und steuerlichen Vorbilder.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Focus (25.08.26)ADAC (10.08.26)GOV UK (13.07.26)Bundesamt für Strassen ASTRA (Stand: 26.08.26)

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