Ein großangelegter Cyberangriff hat in der Nacht zum 12. Oktober 2026 Hunderte Supermärkte in Frankreich getroffen. Hacker manipulierten die Steuerung von Kühl- und Gefrieranlagen, sodass Temperaturen teilweise auf 50 bis 80 Grad stiegen. Dadurch verdarben große Mengen frischer und tiefgekühlter Lebensmittel. Betroffen sind unter anderem Intermarché, Netto, Carrefour, Monoprix und Coopérative U. Der wirtschaftliche Schaden dürfte mehrere Millionen Euro erreichen. Gleichzeitig meldeten Supermarktketten in Belgien und den Niederlanden IT-Störungen, deren Zusammenhang mit dem französischen Angriff bisher nicht bestätigt ist.

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Cyberangriff legt Kühlanlagen in Hunderten Filialen lahm
Nach aktuellen Medienberichten traf die Attacke rund 300 Märkte der Unternehmensgruppe Intermarché und Netto. Hinzu kommen etwa 100 Geschäfte von Coopérative U, 80 Carrefour-Filialen und rund 30 Monoprix-Märkte. Auch einzelne E.Leclerc-Standorte und der Großhändler Metro meldeten Probleme. Während einige Geschäfte ihren Betrieb unterbrachen, mussten andere komplette Kühlabteilungen räumen. Die betroffenen Unternehmen rechnen deshalb mit erheblichen Warenverlusten.
Besonders gravierend waren die Schäden durch manipulierte Abtauprogramme. Die Angreifer erhöhten dabei nicht nur die Temperaturen, sondern verlängerten offenbar auch die Abtauzyklen. Dadurch bemerkten Mitarbeiter die Störungen teilweise erst Stunden später. Im elsässischen Haguenau musste ein Intermarché zeitweise schließen, während Mitarbeiter verdorbene Waren entsorgten. Andere Märkte meldeten Schäden von mehreren Zehntausend Euro. Allerdings steht die landesweite Schadenssumme noch nicht fest.
Veraltete Steuerungssoftware ermöglichte den Angriff
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Steuerungstechnik des dänischen Herstellers Danfoss. Die Angreifer nutzten offenbar Sicherheitslücken in älteren Systemen zur Fernüberwachung und Regelung von Kühlanlagen. Bereits 2025 hatten Sicherheitsforscher kritische Schwachstellen in bestimmten Danfoss-Steuerungen dokumentiert. Diese konnten unter bestimmten Voraussetzungen einen unerlaubten Zugriff auf die Anlagen ermöglichen. Ob die Täter genau diese Schwachstellen verwendeten, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.
Besonders problematisch ist die weitverbreitete Vernetzung technischer Anlagen mit externen Dienstleistern. Dadurch können Betreiber zahlreiche Kühlgeräte aus der Ferne überwachen und steuern. Gleichzeitig entsteht jedoch ein zusätzlicher Angriffspunkt, wenn Systeme unzureichend abgesichert sind. Danfoss verweist auf ältere Produkte ohne weitere Sicherheitsupdates und empfiehlt deren Austausch. Der Cyberangriff zeigt damit eine grundlegende Schwachstelle digitalisierter Versorgungseinrichtungen: Manipulationen an der Steuerung können unmittelbar physische Schäden verursachen.
Auch Supermärkte in Belgien und den Niederlanden betroffen
Parallel zu den Vorfällen in Frankreich meldete der Handelskonzern Ahold Delhaize am 12. Oktober einen Sicherheitsvorfall in seinem Netzwerk. Betroffen waren unter anderem Albert Heijn in den Niederlanden und Delhaize in Belgien. Das Unternehmen nahm vorsorglich mehrere IT-Systeme außer Betrieb. Während die Geschäfte geöffnet blieben, kam es zu Einschränkungen bei digitalen Diensten und Lieferangeboten. Eine Manipulation der Kühlanlagen wie in Frankreich wurde dort jedoch nicht bestätigt.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Außerdem befasst sich die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI mit dem Vorfall. Die Ermittler untersuchen mögliche Zusammenhänge zwischen den betroffenen Standorten und den entstandenen Schäden. Wer den Angriff ausführte, ist bislang unbekannt. Der Fall verdeutlicht jedoch, welche Folgen ungeschützte Fernzugriffe auf industrielle Steuerungen haben können. Denn auch Lebensmittelversorgung, Lagerhaltung und Kühlketten hängen inzwischen unmittelbar von funktionierender und sicherer Informationstechnik ab.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Le Monde (13.10.26) – bleepingcomputer (12.10.26) – EuroNews (12.10.26) – RTLinfo (12.10.26)
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