Cyberangriff legt britisches Gaskraftwerk vier Tage lahm – Iran-Spur bleibt unbestätigt

Großbritannien reagiert auf einen Cyberangriff, der im Juli 2026 einen kleinen gasbetriebenen Stromerzeuger vier Tage außer Betrieb setzte. Laut Berichten von Financial Times sollen Iran-nahe Hacker hinter der Attacke stehen. Die britische Regierung bestätigt den Vorfall, jedoch nicht die Urheberschaft. Standort und Betreiber bleiben unbekannt. Stromkunden waren nicht betroffen, und das nationale Netz blieb nach Regierungsangaben jederzeit stabil.


Cyberangriff trifft auf Lücken beim Schutz kleiner Energieanlagen

Energieminister Michael Shanks informierte nach Bekanntwerden des Falls die Spitzen britischer Energieunternehmen über zusätzliche Schutzmaßnahmen. Dabei betonte er, der betroffene Generator sei im Vergleich zu üblichen Kraftwerken gering. Dennoch führte der digitale Eingriff zu einem realen Betriebsausfall von vier Tagen.

Ein Cyberangriff stoppt einen kleinen britischen Stromerzeuger vier Tage. London reagiert mit strengeren Regeln für die Energiebranche
Bild: Shutterstock

Nach Angaben der Financial Times handelte es sich um ein gasbetriebenes Spitzenlastkraftwerk, einen sogenannten Peaker. Solche Anlagen liefern kurzfristig zusätzliche Leistung, wenn der Strombedarf stark steigt. Außerdem nutzen viele dieser Anlagen automatisierte Steuerungen und können deshalb attraktive Ziele für Angriffe auf Betriebstechnik sein.

London will Cyberregeln für Energieunternehmen ausweiten

Der Fall trifft auf ein britisches Energiesystem, dessen Cyberregeln nach Einschätzung der Regierung noch Lücken aufweisen. Kleinere Marktteilnehmer fallen teilweise nicht unter die bisherigen NIS-Vorgaben. Deshalb plant London grundlegende Cyberanforderungen für alle von Ofgem lizenzierten Unternehmen.

Das NCSC registrierte in den zwölf Monaten bis Mai 2026 mehr als 200 Vorfälle im Umfeld kritischer Infrastruktur. Rund drei Viertel brachte die Behörde mit staatlichen Akteuren in Verbindung. Ein Cyberangriff auf Energieanlagen erhält deshalb inzwischen eine sicherheitspolitische Bedeutung weit über den einzelnen Betreiber hinaus.


Angriffe auf industrielle Steuerungen nehmen zu

Auch industrielle Steuerungen geraten international häufiger ins Visier. Das FBI warnte Ende Juli vor Angriffen auf offen erreichbare speicherprogrammierbare Steuerungen amerikanischer Wasserbetriebe. Täter veränderten dort Passwörter und Netzwerkeinstellungen, während einzelne Betreiber Kontrolle und Überwachung ihrer Anlagen verloren.

Für die britische Anlage ist eine solche Angriffsmethode bisher nicht bestätigt. Der Cyberangriff zeigt jedoch, dass selbst kleine Erzeuger durch digitale Eingriffe physisch ausfallen können. Deshalb baut Großbritannien seine Regeln aus. Künftig sollen regulierte Unternehmen erhebliche Vorfälle binnen 24 Stunden melden und nach 72 Stunden ausführlicher berichten. Außerdem will die Regierung Sicherheitsanforderungen auf weitere Teile des digitalisierten Energiesystems ausdehnen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Financial Times (25.08.26)Reuters (24.08.26)Financial Times (24.08.26)

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