Chinas Atomkraft-Offensive erreicht eine neue Dimension. Die China Nuclear Energy Association meldete am 21. April 2026, dass das Land bis zu 50 Reaktoren parallel bauen kann. Peking beschleunigt damit den Ausbau der Atomkraft massiv. Ziel ist es, CO₂-Emissionen zu senken und die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas zu reduzieren. Zugleich erhöht der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran den Druck auf sichere Energiequellen. 60 Reaktoren laufen bereits kommerziell, während 36 weitere Anlagen im Bau sind. Damit baut China mehr Reaktoren als der Rest der Welt zusammen (scmp: 21.04.26).
Offensive verändert Chinas Nuklearindustrie
Die CNEA beschreibt eine Industrie, die viele Projekte gleichzeitig steuern kann. Dazu gehören Planung, Konstruktion, Bau und technische Umsetzung. Dadurch entsteht eine industrielle Tiefe, die den parallelen Bau zahlreicher Anlagen ermöglicht.

Zugleich verweist der Verband auf Chinas technischen Fortschritt. In dem Bericht heißt es: „Chinas nukleare Technologiefähigkeiten haben sich vom ‚Folgen‘ zum ‚Mithalten‘ und in einigen Bereichen zum ‚Führen‘ entwickelt.“ Damit verbindet China die Offensive mit einem klaren technologischen Anspruch.
Atomkraft wird Teil der Energiesicherheit
Peking verfolgt mit dem Atomkraft-Ausbau klare energiepolitische Ziele. Das Land will fossile Energieträger schrittweise zurückdrängen. Zugleich soll die Stromversorgung stabil bleiben, während der Bedarf weiter wächst.
Der geopolitische Kontext verschärft diese Strategie. Konflikte im Nahen Osten können Lieferketten, Rohstoffpreise und Transportwege belasten. Deshalb gewinnt die Offensive auch sicherheitspolitische Bedeutung.
Bis 2040 sind 200 Gigawatt geplant
Bis 2030 will China nach Angaben der CNEA eine starke Atomkraftnation werden. Das Land will die USA bei der installierten nuklearen Leistung überholen. Außerdem soll China zum größten Atomstromproduzenten der Welt aufsteigen.
Die Projektliste wächst deshalb weiter. Neben den 36 Reaktoren im Bau haben die Behörden 16 weitere Anlagen genehmigt. Nach Abschluss aller Projekte soll die installierte Leistung 125 Gigawatt erreichen.
Langfristig reicht Pekings Planung noch weiter. Yang Changli, rotierender Vorsitzender der CNEA, nannte gegenüber chinanews.com.cn rund 200 Gigawatt bis 2040. Damit würde China seine Stellung im globalen Atomsektor erheblich ausbauen.
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