Bosch hat in Renningen seine Bilanz für 2025 vorgelegt und ist erstmals seit Jahren tief in rote Zahlen gerutscht. Auslöser sind vor allem milliardenschwere Kosten für den Konzernumbau, zusätzliche US-Zölle, hohe laufende Kosten und negative Wechselkurseffekte. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, obwohl der Umsatz leicht auf 91,0 Milliarden Euro stieg. Damit bleibt Bosch deutlich hinter den eigenen Zielen zurück, während der Umbau des Konzerns vor allem Beschäftigte in Deutschland und im Zuliefergeschäft trifft (t-online: 16.04.26).
Rote Zahlen bei Bosch – warum der Umbau so teuer wird
Den größten Einschnitt verursachen die Kosten des Umbaus. Nach Angaben von Finanzchef Markus Forschner belasteten sie das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro, vor allem durch hohe Rückstellungen. Die Auszahlungen fallen jedoch erst schrittweise in den nächsten Jahren an, während zugleich zusätzliche Zölle und andere Belastungen weiter auf die Bilanz drücken.

Bosch hatte im Jahr zuvor noch rund 1,3 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern erzielt, allerdings war das Ergebnis damals bereits stark geschrumpft. Einen Verlust hatte der Konzern zuletzt im Krisenjahr 2009 gemeldet. Forschner machte zudem deutlich, dass das Bild stark von Sonder- und Einmaleffekten geprägt sei, weshalb die eigentliche Geschäftsentwicklung nicht allein am Nettoverlust abzulesen ist.
Schwache Nachfrage trifft fast alle Bereiche
Trotz der Sondereffekte zeigt auch das operative Geschäft deutliche Schwächen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern brach um rund 42 Prozent ein, blieb mit 1,8 Milliarden Euro aber positiv. Bosch kämpft deshalb nicht nur mit Umbaukosten, sondern zugleich mit einer schwachen Nachfrage in fast allen wichtigen Sparten.
Besonders hart trifft das den Autozulieferbereich, weil Bosch als weltweit größter Autozulieferer unter der Krise der Industrie leidet. Zugleich kaufen viele Kunden wegen der schwachen Wirtschaftslage seltener Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte. Das Management hält den Konzern in vielen Bereichen nicht mehr für wettbewerbsfähig und treibt deshalb den Umbau voran. Im Zuliefergeschäft sollen in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen wegfallen, außerdem gibt es weitere Abbaupläne bei BSH und im Bereich Elektrowerkzeuge.
Rote Zahlen treffen auch den Standort Deutschland
Die Folgen zeigen sich bereits bei der Beschäftigung. Ende 2025 arbeiteten weltweit noch rund 412.774 Menschen für Bosch, das waren 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Deutschland war davon überproportional betroffen, denn hier sank die Zahl der Beschäftigten auf etwa 123.000. Das entspricht einem Rückgang um 6.700 Stellen oder fünf Prozent, während Bosch die beschlossenen Maßnahmen nun zügig umsetzen will. Konzernchef Stefan Hartung sagte dazu, man gehe dabei „so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich“ vor.
Lesen Sie auch:
