Rund 100 Elektrobusse für 96 Millionen Dollar verrotten in Florida auf Deponie

In Miami-Dade County und Broward County verrotten seit 2026 rund 100 Elektrobusse im Gesamtwert von etwa 96 Millionen Dollar, während sie eigentlich den öffentlichen Nahverkehr modernisieren sollten. Auslöser sind massive technische Defekte, fehlende Ersatzteile und die Insolvenz des Herstellers Proterra, weshalb zahlreiche Fahrzeuge seit über einem Jahr stillstehen. Ein Teil der Busse wurde auf einer abgelegenen Deponie abgestellt, andere lagern auf dem Gelände der Homestead Air Reserve Base. Der zentrale Risikofaktor liegt in der Abhängigkeit von spezialisierter Technik ohne funktionierende Wartungsstruktur, während die Folgen steigende Kosten, eingeschränkter Betrieb und ein wachsender Vertrauensverlust bei Fahrgästen sind (local10: 14.04.26).


Warum die Busse verrotten und nicht mehr fahren

In Broward County stehen 31 Elektrobusse auf einer Deponie, während sie ursprünglich für den Linienbetrieb vorgesehen waren. Jeder einzelne Bus kostete rund 1,1 Millionen Dollar, jedoch scheiterten viele Fahrzeuge früh im Alltagseinsatz. Verantwortliche berichten von wiederkehrenden Ausfällen, die einen zuverlässigen Betrieb unmöglich machten.

In Florida verrotten rund 100 Elektrobusse für 96 Millionen Dollar - Defekte, Herstellerpleite und fehlende Ersatzteile stoppen Nahverkehr
In Florida verrotten rund 100 Elektrobusse für 96 Millionen Dollar – Defekte, Herstellerpleite und fehlende Ersatzteile stoppen Nahverkehr

Zugleich fehlen bis heute entscheidende Ersatzteile, weshalb defekte Busse nicht repariert werden können. Die Fahrzeuge stehen deshalb ungenutzt im Freien, während sie zunehmend Schaden durch Witterung nehmen. Genau aus diesem Grund verrotten die Busse sichtbar, obwohl sie technisch noch nicht alt sind.

Herstellerpleite verschärft die Krise

Ein Großteil der Flotte stammt vom inzwischen insolventen Hersteller Proterra, während Miami-Dade allein 69 Busse für über 60 Millionen Dollar beschaffte. Die Technik galt zunächst als fortschrittlich, jedoch traten Probleme bereits kurz nach der Einführung auf. Die Busse fielen regelmäßig aus und konnten geplante Strecken oft nicht vollständig bedienen.

Nach der Insolvenz brach die Versorgung mit Ersatzteilen weitgehend zusammen. Werkstätten konnten notwendige Reparaturen nicht mehr durchführen, während spezialisierte Komponenten fehlten. Deshalb entwickelte sich die Flotte innerhalb kurzer Zeit von einem Prestigeprojekt zu einem Kostenproblem.

Millioneninvestition ohne Nutzen

Die hohen Investitionen bringen derzeit keinen praktischen Nutzen für den Nahverkehr. Viele Busse haben nur wenige Betriebsstunden erreicht, während sie jetzt dauerhaft stillstehen. Gleichzeitig müssen weiterhin Dieselbusse eingesetzt werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Dadurch entstehen doppelte Kosten, während die erwarteten Einsparungen ausbleiben. Für die Steuerzahler bedeutet das eine erhebliche finanzielle Belastung, die sich weiter erhöhen kann. Zudem bleibt unklar, ob sich ein Teil der Investition überhaupt noch retten lässt.


Entsorgung wird zum nächsten Problem

Die Situation wird zusätzlich durch rechtliche Vorgaben erschwert, denn ein Teil der Busse wurde mit Bundesmitteln finanziert. Deshalb können die Behörden die Fahrzeuge nicht einfach verschrotten. Stattdessen müssen sie Genehmigungen einholen, bevor eine Entsorgung möglich ist.

Während dieser Prozess läuft, bleiben die Busse auf Deponien und Militärgeländen stehen. Dort sind sie Wind, Regen und Hitze ausgesetzt, weshalb sich ihr Zustand weiter verschlechtert. Dadurch verrotten die Fahrzeuge zunehmend, während ihr Restwert weiter sinkt.

Politischer Druck und offene Fragen

In Miami-Dade fordern Politiker seit Monaten eine umfassende Aufarbeitung der Fehlentscheidung. Eine Frist für einen Bericht ist bereits verstrichen, jedoch liegen weiterhin keine klaren Ergebnisse vor. Gleichzeitig wächst der Druck, Verantwortlichkeiten zu klären und finanzielle Schäden zu begrenzen.

Dennoch halten Teile der Verwaltung an der Elektromobilität fest. Sie sehen die Technologie weiterhin als langfristige Lösung, obwohl die aktuellen Probleme erheblich sind. Ob sich dieser Ansatz durchsetzt, hängt jedoch von stabiler Technik und funktionierenden Lieferketten ab.

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