Deutschland hat zwischen 2019 und 2024 rund 4,33 Millionen Euro nach Kolumbien geleitet. Das Geld floss als Entwicklungshilfe in ein Vorhaben für klimafreundliche Kühlschränke. Dabei verweist die Bundesregierung auf ihre Klimaziele und sie sieht dabei einen direkten Nutzen für Deutschland (bz-berlin: 23.01.26).
Projektname, Partner und Auslöser der Debatte
Konkret ging es um das Projekt „Colombian NAMA for the domestic refrigeration sector“. Es war in eine Förderung für effizientere Haushaltskühlgeräte eingebettet. Zudem wurde das Vorhaben gemeinsam mit der dänischen Regierung finanziert.

Bekannt wurde die Summe durch eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD. Die „B.Z.“ berichtete darüber und damit rückte das Thema in den Fokus. Gleichzeitig betont die Bundesregierung, dass die Förderung Teil ihrer Entwicklungszusammenarbeit sei und auf die Erreichung der Klimaziele abziele.
Klimaziele als Argument
In der Antwort beschreibt die Bundesregierung ihren Ansatz mit Blick auf Entwicklungsländer, wie Kolumbien. Sie unterstütze diese in ihren Anstrengungen, „ambitionierte Klimaschutzpolitik umzusetzen“. Dadurch ließen sich internationale Klimaschutzziele erreichen und das sei aus Sicht der Bundesregierung strategisch sinnvoll.
Ein Kernpunkt betrifft die Klimawirkung alter Geräte. Die Bundesregierung schreibt: „Alte Kühlgeräte enthalten häufig Kältemittel, die tausendfach stärker als Kohlenstoffdioxid (CO₂) zur Erderwärmung beitragen oder ozonschädigend wirken.“ Deshalb hebt sie den globalen Effekt solcher Maßnahmen hervor. Außerdem formuliert sie dazu ausdrücklich ein Eigeninteresse: „Es ist im Interesse Deutschlands die Minderung von global wirksamen Treibhausgasemissionen zu möglichst geringen Kosten zu erreichen.“
Wofür das Geld aus der Entwicklungshilfe gedacht war und wofür nicht
Nach Darstellung der Bundesregierung ging es nicht darum, Kühlschränke für private Käufer in Kolumbien zu bezahlen. Sie betont nämlich, dass „üblicherweise“ nicht die „privaten Anschaffungskosten der Endverbraucher“ übernommen worden seien. Stattdessen zielten die Mittel auf Strukturen, die länger wirken sollen.
Als Beispiele nennt die Bundesregierung praktische Bausteine. Dazu zählt die Beratung und Schulung von Herstellern und Technikern beim Aufbau „effizienter, Fluorkohlenwasserstoff-freier Geräte“ im Rahmen der Entwicklungshilfe. Außerdem erwähnt sie die „Unterstützung bei der fachgerechten Rücknahme und Entsorgung alter Geräte, einschließlich Aufbau von Recyclingstrukturen.“ Damit soll nicht nur ein einzelner Kauf beeinflusst werden, sondern auch der Markt und die Entsorgungspraxis.
Umsetzung durch die GIZ und politischer Rahmen in Berlin
Für die Durchführung war laut Bundesregierung die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zuständig. Damit lag die operative Umsetzung bei einer bundeseigenen Organisation mit Erfahrung in Entwicklungsprojekten. Zugleich ordnet die Bundesregierung das Vorhaben in ihre längerfristige Klima- und Entwicklungspolitik ein.
Politisch fällt der Zeitraum in mehrere Regierungsphasen. Von 2005 bis 2021 führte die CDU die Bundesregierung, und danach übernahm die SPD bis Anfang 2025. Dennoch bleibt der Kern der Argumentation gleich, weil die Bundesregierung das Projekt vor allem als Beitrag zu messbaren Emissionsminderungen darstellt. Ebenso verweist sie darauf, dass systemische Effekte wichtiger seien als direkte Zuschüsse an Verbraucher.
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