Im Bundeshaushalt 2026 stehen 31 Milliarden Euro für Energie- und Klimasubventionen, darunter 17 Milliarden Euro für die frühere EEG-Umlage und 6,5 Milliarden Euro zur Dämpfung der Netzentgelte. Diese Finanzierung läuft seit 2023 über Steuermittel statt über eine Umlage auf der Stromrechnung, weil die Förderzusagen weiter Geld binden. Der entscheidende Risikofaktor bleibt die wachsende Fixkostenstruktur aus Netzausbau, Abgaben und Ausgleichskosten, die Strompreise hoch halten und den Standort belastet.
Finanzierung im Bundeshaushalt: Umstellung ohne Entlastung
2004 sagte Umweltminister Jürgen Trittin, die Energiewende koste eine Familie nur „eine Kugel Eis“ im Monat. Bis 2021 summierten sich die Zahlungen über die EEG-Umlage auf 478 Milliarden Euro, später stieg die Größenordnung auf über 500 Milliarden Euro. Die Finanzierung wechselte 2023 und wurde nicht mehr auf den Strompreis umgelegt, weil die Politik die Umlage aus der Rechnung nahm und in den Haushalt verlagerte.

Garantierte Vergütungen für Wind- und Solarstrom erzeugten jahrelang eine Lücke zum Marktwert, weil Auszahlungen nicht am Börsenpreis hängen. Diese Lücke bleibt teuer, weil die Verträge noch jahrelang weiterlaufen. Der Staat füllt sie aus dem Haushalt, sodass die Kosten letztendlich beim Strompreis verschwinden und der Steuerzahler dafür aufkommen muss.
Strompreis bleibt hoch, weil Abgaben dominieren
Haushalte zahlen in Deutschland rund 39 Cent pro Kilowattstunde. In Frankreich liegt der Strompreis bei etwa 27 Cent, in den USA bei rund 17 Cent und in China bei etwa 7 Cent. Der Preis bleibt hoch obwohl nur rund 16 Cent auf die Beschaffung entfallen. Der Rest besteht aus Netzentgelten, Steuern, Abgaben und Umlagen.
Der Ukraine-Krieg machte Gas teurer, deshalb stiegen Beschaffungskosten zeitweise stark. Die Strukturprobleme bestehen trotzdem, weil Haushalte schon vor 2022 über 30 Cent zahlten. Der Atomausstieg 2011 verschob die Versorgungslage, weil verlässliche Grundlast wegfiel und Reservebedarf wuchs.
Systemkosten steigen, weil Wetterstrom Ausgleich erzwingt
2010 lag die Kraftwerksleistung bei rund 160 Gigawatt, 2024 bei fast 290 Gigawatt. Trotzdem sank die Stromproduktion von 588 auf 432 Terawattstunden, also um 27 Prozent. Das passiert, weil installierte Leistung bei Wind und Sonne nicht automatisch verlässliche Erzeugung liefert.
In windstillen Winternächten bricht die Einspeisung ein, sodass das System Reservekraftwerke oder Importe braucht. Deutschland war lange Nettoexporteur, 2024 importierte das Land jedoch über 20 Terawattstunden. Die Finanzierung wächst damit indirekt, weil Ausgleich, Redispatch und Netzverstärkung zusätzliche Budgets benötigen.
Negative Preise zeigen die Schieflage, weil Flexibilität fehlt
2024 gab es 457 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen, 2022 waren es 69 Stunden. Negative Preise entstehen, weil Einspeisung und Nachfrage zeitlich auseinanderlaufen und Speicher fehlen. Betreiber erhalten dennoch Vergütungen, sodass Zahlungen auch bei wertlosem Strom weiterlaufen.
In solchen Stunden zahlt Deutschland teils Geld, damit Nachbarn Überschüsse aufnehmen. Später kauft das System oft wieder teurer ein, weil Wind und Sonne abfallen. Diese Schleife treibt die Kosten, weil sie doppelte Zahlungsströme auslöst.
Klimabilanz bleibt umstritten, weil EU-Regeln verlagern können
Der CO₂-Emissionsfaktor des deutschen Strommix lag 2024 bei 363 Gramm pro Kilowattstunde. Frankreich lag bei 56 Gramm, weil dort rund 70 Prozent Kernenergie und nur etwa 3 Prozent fossile Brennstoffe im Mix stehen. Der Vergleich wirkt politisch brisant, weil er Preis und Emissionswert gleichzeitig abbildet.
Die EU steuert Emissionen über einen gemeinsamen Deckel bis 2050, deshalb können freiwerdende Zertifikate anderswo genutzt werden. Global bleibt der Energiemix fossil, weil der fossile Anteil 1995 bei rund 86 Prozent lag und 2024 wieder bei 86 Prozent. 2024 erreichten die weltweiten CO₂-Emissionen 40,8 Milliarden Tonnen, während China 78 Gigawatt neue Kohlekraftwerkskapazität genehmigte.
Nächster Kostenschub droht, weil CO₂-Preis und Netze wirken
Die CO₂-Abgabe verteuert Benzin heute um 15 bis 18 Cent pro Liter. Ab 2027 fällt der Preisdeckel, deshalb reichen Prognosen bis 2050 bis zu 400 Euro pro Tonne CO₂. Das würde Pendler und Betriebe hart treffen, weil ein Literpreis Richtung 3 Euro rutschen könnte.
Deutschland verfügt laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe über bis zu 2.000 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Bei rund 85 Milliarden Kubikmetern Jahresverbrauch entspräche das über 20 Jahren Versorgung, weil die Menge rechnerisch reicht. Die Finanzierung der Energiewende bleibt damit nicht nur eine Haushaltszahl, sondern eine Standortfrage für Industrie und Rechenzentren. (KOB)
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