Der Wind- und Solarprojektentwickler SOWITEC aus Sonnenbühl hat am 14. Juli 2026 beim Amtsgericht Tübingen Insolvenz beantragt. Betroffen sind die Konzernmutter sowie drei weitere Gruppengesellschaften. Das Unternehmen ist zahlungsunfähig und insolvenzrechtlich überschuldet. Zuvor scheiterten Verhandlungen über Lieferantenforderungen und Ansprüche aus Avalbürgschaften. Deshalb setzte die Börse den Handel mit beiden Unternehmensanleihen aus. Die Insolvenz trifft außerdem Beschäftigte, Anleger und laufende Energieprojekte.
Gescheiterte Stundung zwingt SOWITEC zum Insolvenzantrag
Die Geschäftsführung bezeichnete den Schritt als „unvermeidlich“. Sie konnte die Inanspruchnahme durch einen Lieferanten und aus Bürgschaften nicht mehr verhindern. Außerdem kam keine Stundung der fälligen Verpflichtungen zustande. Der Betrieb soll nach der Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters jedoch zunächst weiterlaufen.

Nach Angaben von Geschäftsführer Frank Hummel fehlen Zahlungen aus Mexiko und Kolumbien im oberen einstelligen Millionenbereich. SOWITEC habe diese Einnahmen seit Monaten fest eingeplant, berichtete der SWR. Außerdem erschwere der Windmarkt in Süddeutschland die Umsetzung neuer Projekte. Topografie und Infrastruktur verursachten dort höhere Kosten, etwa beim Transport großer Anlagenkomponenten.
Finanzprobleme waren bei den Anleihen bereits sichtbar
Die Liquiditätsprobleme zeigten sich bereits lange vor dem Insolvenzantrag. Im Mai stundete der gemeinsame Vertreter 1,53 Millionen Euro einer fälligen Teilrückzahlung bis zum 25. September. Lediglich 763.400 Euro sollte das Unternehmen fristgerecht zahlen. Schon 2023 hatten die Gläubiger die Laufzeit der älteren Anleihe um drei Jahre bis November 2026 verlängert.
Auch die Zinszahlung für die Anleihe 2023/2028 verzögerte sich Ende März 2026. Nach der Insolvenzmeldung brachen die Kurse beider Papiere deshalb massiv ein. ECOreporter meldete Kurse von fünf und zehn Prozent des Nennwerts. Die Frankfurter Wertpapierbörse setzte anschließend den Handel mit beiden Anleihen aus.
Laufende Windprojekte hängen am Insolvenzverfahren
Das 1993 gegründete Unternehmen entwickelt Wind- und Solarparks von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Außerdem übernimmt es Finanzierung, Baukoordination und teilweise den späteren Betrieb. SOWITEC verkaufte erst im Juni den Windpark Creußen III an die Stadtwerke Stuttgart. Der Projektentwickler soll den 14,4-Megawatt-Windpark dennoch bis Dezember 2027 schlüsselfertig realisieren.
Welche Verträge und Projekte der vorläufige Insolvenzverwalter fortführt, ist bisher jedoch nicht bekannt. Die Geschäftsleitung rechnet zunächst mit einem normalen Betrieb für drei bis sechs Monate. Die Löhne sollen währenddessen über Insolvenzgeld gesichert sein. Eine dauerhafte Fortführung hängt deshalb von der Prüfung des Insolvenzverwalters und möglichen Sanierungslösungen ab.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: EQS (14.07.26) – SWR (14.07.26) – Deutsche Börse (14.07.26) – ECOreporter (14.07.26)
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