Wichtige Gläubiger wollen ihre Kredite fällig stellen und den Batteriekonzern zerschlagen. Damit steht Varta vor dem Aus. Die Geldgeber planen, das Geschäft mit Haushaltsbatterien herauszulösen und unter neue Eigentümer zu stellen. Laut einer FTI-Analyse fehlen kurzfristig mehrere zehn Millionen Euro für den laufenden Betrieb. Außerdem benötigt Varta erhebliches weiteres Kapital für eine dauerhafte Fortführung. Bislang hat jedoch kein Investor die nötigen Mittel verbindlich zugesagt. Für die übrigen Standorte bleiben die Folgen offen, während in Nördlingen bereits rund 350 Stellen wegfallen.
Gläubiger wollen Kredite sofort fällig stellen
Die Gläubigergruppe umfasst die Deutsche Bank sowie RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox. Sie beruft sich auf Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen der Sanierung von 2024. Der Batteriekonzern hatte bereits im Herbst 2025 eine vereinbarte Ergebnisgrenze unterschritten. Deshalb konnten die Kreditgeber ihre Forderungen schon damals sofort fällig stellen.

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Die Geldgeber ließen dem Vorstand zunächst Zeit für ein neues Sanierungsgutachten. Bis zum 12. August sollte das Management eine tragfähige Finanzierung vorlegen. Trotz intensiver Gespräche kam jedoch keine verbindliche Zusage zustande. Auch Porsche und Investor Michael Tojner wollen laut Medienberichten kein weiteres Kapital bereitstellen. Ohne frisches Geld steht Varta vor dem Aus, selbst wenn einzelne Bereiche weitergeführt werden können.
Varta vor dem Aus: Rettung hält kaum länger als ein Jahr
Varta hatte im Juli 2024 ein Verfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz begonnen. Dadurch wollte der Konzern eine reguläre Insolvenz verhindern. Die damaligen Aktionäre verloren jedoch ihre Beteiligungen ohne Entschädigung. Porsche und Michael Tojner stiegen anschließend als neue Eigentümer ein.
Im Zuge der Neuordnung flossen 60 Millionen Euro neues Eigenkapital. Außerdem stellten die Gläubiger weitere 60 Millionen Euro über besicherte Kredite bereit. Varta reduzierte seine Finanzschulden dadurch von 485 Millionen auf rund 230 Millionen Euro. Im April 2025 erklärte das Unternehmen die finanzielle Neuaufstellung deshalb für abgeschlossen. Dennoch fehlte bereits gut ein Jahr später erneut Geld für den laufenden Betrieb.
Verlust des Großkunden verschärft die Finanzierungslücke des Batteriekonzerns
Besonders schwer trifft Varta der Verlust des wichtigsten Kunden für wiederaufladbare Knopfzellen. Das Werk in Nördlingen war nahezu vollständig auf diesen Auftrag ausgerichtet. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Kunden um Apple. Varta bestätigte den Namen jedoch nicht. Deshalb beendet das Unternehmen die CoinPower-Produktion und streicht rund 350 Arbeitsplätze. Künftig soll ein chinesischer Lieferant die Batterien für Apples AirPods liefern.
Die Gläubiger wollen nun vor allem das vergleichsweise stabile Geschäft des Batteriekonzerns mit Haushaltsbatterien sichern. Dafür soll die Sparte aus der bisherigen Konzernstruktur gelöst werden. Die Umsetzung braucht jedoch behördliche und weitere Genehmigungen. Porsche hatte das Hochleistungszellengeschäft V4Drive bereits im März 2025 übernommen und als V4Smart neu geordnet. Varta hält dort nur noch eine Minderheitsbeteiligung ohne operativen Einfluss. Ohne eine Finanzierung für die übrigen Bereiche steht Varta vor dem Aus, auch wenn die Haushaltssparte einen neuen Eigentümer findet.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: ntv (23.07.26) – Welt (23.07.26) – WirtschaftsWoche (22.07.26) – Reuters (19.05.26)
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