Stuttgart/Wolfsburg – Der Stellenabbau bei Porsche könnte deutlich größer ausfallen als bisher bekannt. Volkswagen empfiehlt nach Konzernunterlagen den Abbau von rund 4.100 zusätzlichen Stellen beim Sportwagenhersteller. Bekannt wurden die Pläne am 19. September nach einer drastischen Gewinnwarnung des VW-Konzerns. Bei Porsche fehlen demnach rund 700 Millionen Euro bei den Gemeinkosten. Die neuen Einschnitte kämen außerdem zu bereits vereinbarten Personalmaßnahmen hinzu. Volkswagen kann die Kürzungen bei der eigenständigen Porsche AG jedoch nur empfehlen und nicht direkt anordnen.

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Stellenabbau bei Porsche soll bisherigen Sparkurs deutlich verschärfen
Auslöser für die neue Debatte sind Unterlagen zu einem VW-Aufsichtsratsbeschluss von Anfang September. Für die Markengruppe „Sport Luxury“, die im VW-Konzern aus Porsche besteht, sehen sie rund 4.100 Stellen weniger vor. Volkswagen hält die bisherigen Einsparungen deshalb offenbar für unzureichend. Porsche und Volkswagen haben die zusätzlichen Kürzungen bislang jedoch nicht bestätigt.
Dabei hat Porsche bereits umfangreiche Personalmaßnahmen vereinbart. Vorstand und Gesamtbetriebsrat beschlossen Ende Juli den Abbau weiterer 5.000 Stellen bis 2035. Zuvor hatte das Unternehmen schon rund 3.900 Arbeitsplätze zur Disposition gestellt. Damit betreffen die bislang vereinbarten Programme rund 8.900 Stellen. Kämen weitere 4.100 hinzu, läge das rechnerische Volumen bei etwa 13.000 Arbeitsplätzen.
VW-Gewinnwarnung erhöht den Sparzwang
Volkswagen verschärfte den finanziellen Rahmen nur einen Tag vor Bekanntwerden der neuen Personalpläne. Der Konzern erwartet für 2026 jetzt höchstens noch ein Prozent operative Umsatzrendite. Zuvor hatte Volkswagen mit 4,0 bis 5,5 Prozent gerechnet. Außerdem belasten Sondereffekte von rund zehn Milliarden Euro das operative Ergebnis. Ein erheblicher Teil davon hängt mit der Neubewertung von Porsche zusammen.
Damit erhält der Stellenabbau bei Porsche eine zusätzliche finanzielle Dimension. Volkswagen verbucht laut Reuters rund sechs Milliarden Euro Wertminderung aufgrund gesunkener Erwartungen für Porsche. Gleichzeitig kämpft der Sportwagenhersteller mit rückläufigem Absatz und hohen Kosten der strategischen Neuausrichtung. Deshalb dürfte der Konzern weitere Kostensenkungen von Porsche verlangen, auch wenn die konkrete Umsetzung in Stuttgart entschieden werden muss.
China-Geschäft belastet Porsche massiv
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche in China. Porsche lieferte dort im ersten Halbjahr 2026 nur noch 14.501 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weltweit sanken die Auslieferungen gleichzeitig um 16 Prozent auf 122.306 Fahrzeuge. Auch Nordamerika und Europa lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Hinzu kommt der massive Ergebniseinbruch des vergangenen Geschäftsjahres. Das operative Ergebnis sank 2025 von 5,64 Milliarden auf nur noch 413 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite fiel dadurch von 14,1 auf 1,1 Prozent. Porsche nennt unter anderem strategische Umbaukosten, Batterieaktivitäten und US-Zölle als Belastungen. Außerdem kostete die Anpassung der Produktstrategie Milliarden.
Weitere Einschnitte treffen bereits verkleinerten Konzern
Porsche kürzt jedoch nicht nur bei der Stammbelegschaft. Im August kündigte das Unternehmen auch Einschnitte bei Cellforce, Porsche eBike Performance und Cetitec an. Mehr als 500 Beschäftigte sind dort betroffen. Porsche begründet die Maßnahmen mit einer stärkeren Konzentration auf das Kerngeschäft. Gleichzeitig reorganisiert der Hersteller seine Vertriebsstrukturen und reduziert die Zahl der Vertriebsregionen.
Der zusätzliche Stellenabbau bei Porsche würde damit auf eine bereits weitreichende Restrukturierung treffen. Allein die bisher vereinbarten Programme betreffen fast 9.000 Arbeitsplätze. Weitere 4.100 Stellen würden die Dimension nochmals erheblich vergrößern. Entscheidend wird deshalb, welche Vorschläge Porsche tatsächlich übernimmt und wie stark Zuffenhausen, Weissach sowie weitere Standorte betroffen wären.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: VW hält bei Porsche weitere 4000 Stellen für entbehrlich – Bericht: Volkswagen empfiehlt Abbau von rund 4.100 Stellen bei Porsche – Volkswagen AG aktualisiert die Prognose für das Geschäftsjahr 2026
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