München, 22. Juli 2026: Der Stellenabbau bei O2 trifft bis Ende des Jahres bis zu 1.100 Vollzeitstellen in Deutschland. Damit fällt etwa jede sechste der zuletzt 6.820 Vollzeitpositionen weg. Außerdem schließt Telefónica Deutschland rund 60 eigene Shops. Franchise-Filialen bleiben jedoch bestehen. Der Konzern begründet den Umbau mit einem gesättigten Mobilfunkmarkt, stärkerer Digitalisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Zugleich fehlen Einnahmen durch den Wechsel des Großkunden 1&1 zu Vodafone. Verdi warnt deshalb vor Nachteilen für Beratung und Kundenservice.
Stellenabbau bei O2 soll freiwillig erfolgen
Vorstand und Arbeitnehmervertreter haben für einen großen Teil der Kürzungen ein Freiwilligenprogramm vereinbart. Beschäftigte können deshalb Abfindungen und weitere Angebote für einen freiwilligen Austritt erhalten. Außerdem sollen soziale Kriterien bei der Auswahl berücksichtigt werden.

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Telefónica Deutschland rechnet für die erste Umbauphase mit Kosten von rund 265 Millionen Euro. Dafür bildet der Konzern bereits im zweiten Quartal eine Rückstellung. Weitere Maßnahmen könnten außerdem bis zu 155 Millionen Euro kosten. Ab 2028 sollen beide Sparstufen die jährlichen Ausgaben um etwa 185 Millionen Euro senken.
Verlust von 1&1 belastet das Geschäft
1&1 nutzte über Jahre das O2-Netz für Millionen Mobilfunkkunden. Der Anbieter wechselte jedoch schrittweise in das Vodafone-Netz. Dadurch verliert Telefónica Deutschland wichtige Einnahmen aus dem Geschäft mit anderen Anbietern.
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz deshalb um 8,6 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Auch das bereinigte operative Ergebnis ging deutlich zurück. O2 gewann außerdem nur 48.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden. In den vier vorherigen Quartalen lag der Zuwachs jeweils bei mehr als 150.000 Kunden.
Weitere Kürzungen im Kundenservice geplant
Der Stellenabbau bei O2 endet jedoch nicht mit den Maßnahmen des Jahres 2026. Eine zweite Umbauphase soll 2027 beginnen. Bis 2028 will der Konzern weitere Kapazitäten im Vertrieb und Kundenservice reduzieren. Konkrete Standorte und Zahlen stehen bislang noch nicht fest.
Verdi befürchtet deshalb die Schließung weiterer Callcenter und schlechtere Möglichkeiten zur persönlichen Beratung. Besonders ältere Kunden benötigen jedoch häufig direkte Hilfe bei Tarifen, Geräten und digitalen Diensten. Der Stellenabbau bei O2 könnte daher nicht nur Beschäftigte treffen, sondern auch die Erreichbarkeit für Kunden verschlechtern.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Telefónica Deutschland (22.07.26) – ntv (22.07.26) – Cincos Dias (22.07.26) – Welt (23.07.26) – rbb2 (23.07.26)
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