Beim Medienkonzern Burda droht im Printbereich ein massiver Stellenabbau. Nach Informationen aus Konzernkreisen sollen gut 300 Mitarbeiter gehen. Die Maßnahmen sollen zum 1. Juni 2026 in Verlag und Redaktionen verkündet werden. Auslöser sind rote Zahlen in der Verlagssparte, schwache Auflagen insbesondere beim Magazin Focus und sinkende Einnahmen aus Anzeigen. Betroffen wären demnach Redakteure, Layouter und Verlagsangestellte, während die Printtitel weiter an wirtschaftlicher Kraft verlieren (tichyseinblick: 04.05.26)
Focus verliert Leser und Anzeigenkunden
Besonders deutlich zeigt sich die Krise beim Magazin Focus. Das Magazin war lange ein zentraler Titel im Haus. Inzwischen verliert es jedoch Käufer und Anzeigenkunden zugleich.

Die harte Auflage aus Abonnement und Einzelverkauf soll beim Focus im ersten Quartal 2026 auf 192.242 Exemplare gefallen sein. Das entspricht einem Minus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Zudem sollen die Einzelverkäufe nur noch bei rund 16.000 Exemplaren liegen.
Burda kämpft mit Folgen der Printkrise
Die Entwicklung trifft den Konzern an einem sensiblen Punkt. Sinkende Verkäufe senken die Vertriebserlöse. Zugleich verlieren Anzeigenplätze an Wert, wenn die Reichweite zurückgeht.
Hinzu kommt Kritik an der inhaltlichen Ausrichtung des Focus. Frühere Stammleser schätzten das Magazin wegen seines liberal-konservativen Profils. Inzwischen habe sich der Titel jedoch stärker grünen, queeren und gesellschaftspolitischen Themen zugewandt.
Auch andere Konzernbereiche betroffen
Damit könnte das Magazin wichtige Lesergruppen verloren haben. Genannt werden Unternehmer, Handwerker, Anwälte und Ärzte. Neue Zielgruppen gleichen diese Verluste offenbar nicht ausreichend aus.
Auch außerhalb der Printredaktionen gibt es Einschnitte. Beim Werbevermarkter BCN sollen ebenfalls Stellen wegfallen. Außerdem schließt Burda die Burda Studios, wodurch 30 Arbeitsplätze entfallen.
Konzernumbau trifft klassische Medien hart
Elisabeth Burda Furtwängler trägt seit Februar 2025 gemeinsam mit Jacob Burda mehr unternehmerische Verantwortung. Sie steht besonders für den verlegerischen Bereich. Ihr Bruder gilt stärker als Verantwortlicher für digitale Konzernfelder.
Der geplante Abbau zeigt deshalb mehr als eine Sparrunde. Klassische Verlagshäuser verlieren Leser, Reichweite und Werbegeld. Für die Mitarbeiter wächst die Unsicherheit, während der Konzern seine Printstrukturen neu zuschneiden muss.
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