Gerlingen – Der Stellenabbau bei Bosch erreicht vor allem die deutschen Standorte der Mobility-Sparte. Bis Ende 2030 will der Konzern dort rund 13.000 weitere Stellen streichen. Bosch begründet die Einschnitte mit schwacher Nachfrage, Überkapazitäten und einer jährlichen Kostenlücke von rund 2,5 Milliarden Euro. Außerdem belasten hoher Preisdruck, Handelshemmnisse und chinesische Konkurrenten das Geschäft. Der Gesamtbetriebsrat fordert deshalb seit dem 16. September stärkere Unterstützung durch die Europäische Union. Betriebsratschef Frank Sell verlangt Regeln, die mehr industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in Europa sichern sollen.

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Stellenabbau bei Bosch trifft mehrere deutsche Standorte
Besonders groß fallen die Einschnitte in Feuerbach aus. Dort sollen bis Ende 2030 rund 3.500 Stellen wegfallen. Außerdem plant Bosch in Schwieberdingen den Abbau von etwa 1.750 Arbeitsplätzen. Für Bühl und Bühlertal nennt das Unternehmen weitere rund 1.550 Stellen. In Homburg sollen zudem etwa 1.250 Arbeitsplätze entfallen.
Auch Waiblingen gehört zu den betroffenen Standorten. Dort will Bosch die Produktion von Verbindungstechnik mit derzeit rund 560 Beschäftigten bis Ende 2028 beenden. Der Stellenabbau bei Bosch betrifft jedoch nicht nur die Produktion. Auch Entwicklung, Einkauf, Vertrieb und Verwaltung sollen Personal verlieren. Bosch verweist dabei auf rückläufige Aufträge und den langsamen Hochlauf neuer Technologien.
Autoindustrie verliert zehntausende Arbeitsplätze
Die Entwicklung bei Bosch steht jedoch nicht allein. Ende Juni 2026 beschäftigte die deutsche Autoindustrie rund 691.500 Menschen. Das waren 42.300 weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang betrug damit 5,8 Prozent. Zugleich erreichte die Beschäftigung den niedrigsten Stand seit 2005. Besonders stark sank die Zahl bei Zulieferern von Fahrzeugteilen und Zubehör um 7,6 Prozent.
Deshalb wächst auch der politische Druck auf Bund und EU. Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen forderten am 17. September schnellere Hilfen für die Autoindustrie. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verlangte außerdem strengere Handelsinstrumente gegenüber chinesischen Herstellern. Gleichzeitig sprach er sich für stärkere Vorgaben zur lokalen Wertschöpfung aus. Der Stellenabbau bei Bosch fällt damit in eine breitere Debatte über die industrielle Zukunft Deutschlands.
EU plant stärkere Vorgaben für europäische Produktion
Die EU-Kommission hat bereits im März den Industrial Accelerator Act vorgeschlagen. Er soll europäische Produktion bei öffentlichen Ausschreibungen und bestimmten Förderprogrammen stärker berücksichtigen. Dabei gehören auch Fahrzeuge zu den ausgewählten strategischen Bereichen. Zudem sieht der Vorschlag Anforderungen an europäische Wertschöpfung vor. Allerdings müssen Europäisches Parlament und Mitgliedstaaten dem Vorhaben noch zustimmen. Es handelt sich deshalb bislang nicht um geltendes Recht.
Bosch setzt parallel weiterhin auf neue Mobilitätsfelder. So will der Konzern seinen Umsatz mit Technik für schwere Nutzfahrzeuge bis Mitte der 2030er Jahre verdoppeln. Aktuell erzielt Bosch dort mehr als vier Milliarden Euro jährlich. Außerdem investiert das Unternehmen in Elektroantriebe, Fahrzeugsoftware und automatisiertes Fahren. Der Personalabbau bedeutet deshalb keinen Rückzug aus der Mobilität. Vielmehr verschiebt Bosch Investitionen und Beschäftigung zunehmend in andere Technologien und Geschäftsfelder.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Reuters (17.09.26) – Bosch (14.09.26) – Statistisches Bundesamt (14.08.26)
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