Porsche streicht 9.000 Stellen – Luxusautos sollen 20 Prozent teurer werden

Der Sportwagenhersteller Porsche baut sein Geschäftsmodell nach massiven Gewinneinbrüchen und sinkenden Verkaufszahlen grundlegend um. Konzernchef Michael Leiters kündigte am 7. Oktober eine Neuausrichtung mit weniger Modellen, höheren Fahrzeugpreisen und erheblichen Kostensenkungen an. Bis 2035 sollen rund 9.000 Stellen wegfallen, während besonders teure Modelle im Durchschnitt rund 20 Prozent mehr kosten sollen. Gleichzeitig will Porsche seine Fixkosten so weit reduzieren, dass bereits weniger als 200.000 verkaufte Fahrzeuge jährlich für die Gewinnschwelle ausreichen. Hintergrund sind der Absatzeinbruch in China, US-Zölle und milliardenschwere Belastungen durch die veränderte Elektrostrategie.

Porsche plant einen radikalen Umbau. Bis 2035 fallen 9.000 Jobs weg. Spitzenmodelle werden teurer, während der Absatz um 16 Prozent sinkt
Porsche plant einen radikalen Umbau. Bis 2035 fallen 9.000 Jobs weg. Spitzenmodelle werden teurer, während der Absatz um 16 Prozent sinkt
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Porsche-Stellenabbau betrifft rund 9.000 Arbeitsplätze

Der Personalabbau gehört zu den größten Einschnitten in der jüngeren Unternehmensgeschichte. Porsche will bis 2035 rund 9.000 Arbeitsplätze sozialverträglich abbauen. Davon entfallen etwa 5.000 auf ein zusätzlich vereinbartes Sparprogramm. Bereits zuvor hatte der Hersteller den Abbau von rund 3.900 Stellen angekündigt. Außerdem trifft der Umbau mehrere Tochtergesellschaften. Betriebsbedingte Kündigungen der geschützten Stammbelegschaft sollen aufgrund der vereinbarten Standortsicherung bis 2035 ausbleiben.

Besonders drastisch fallen die Einsparungen in der Unternehmensorganisation aus. Porsche will rund 40 Prozent der Managementpositionen streichen und die Personalkosten in der Produktion um bis zu 30 Prozent reduzieren. Die Entwicklungskosten künftiger Modellreihen sollen um bis zu 20 Prozent sinken. Außerdem plant der Konzern eine engere technische Zusammenarbeit mit Audi. Damit will Porsche Entwicklungsaufwand und Investitionen auf weniger Fahrzeugprogramme verteilen.


Luxusmodelle sollen künftig deutlich mehr Gewinn bringen

Der Hersteller will seine Modellvielfalt um etwa 20 Prozent reduzieren und gleichzeitig den Absatz je Variante um rund 30 Prozent erhöhen. Vor allem besonders hochwertige Sportwagen und Luxusmodelle sollen künftig einen größeren Ergebnisbeitrag leisten. Dabei strebt Porsche einen Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises seiner Spitzenmodelle von etwa 270.000 auf 330.000 Euro an. Diese Preisstrategie betrifft jedoch nicht pauschal sämtliche Baureihen.

Gleichzeitig verändert der Konzern seine wirtschaftlichen Zielgrößen. Mittelfristig soll die operative Umsatzrendite wieder zehn bis 15 Prozent erreichen. Langfristig peilt Porsche 15 Prozent sowie eine Netto-Cashflow-Marge von zwölf Prozent im Automobilgeschäft an. Zum Vergleich: 2023 betrug die operative Umsatzrendite noch 18 Prozent, während sie 2025 auf lediglich 1,1 Prozent einbrach.

Verkaufszahlen sinken um 16 Prozent – China verliert massiv an Bedeutung

Die jüngsten Absatzzahlen bestätigen die schwierige Ausgangslage. Porsche lieferte von Januar bis September 2026 weltweit nur noch 178.532 Fahrzeuge aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 212.509 Fahrzeuge gewesen, womit der Absatz um 16 Prozent sank. Besonders dramatisch entwickelte sich China mit einem Rückgang um 33 Prozent. Auch Nordamerika verlor 13 Prozent, während die Auslieferungen in Deutschland um sieben Prozent zurückgingen.

Nicht alle Modelle entwickeln sich jedoch gleichermaßen schlecht. Der Porsche 911 legte bei den Auslieferungen um zwölf Prozent zu und bestätigt damit die Bedeutung klassischer Sportwagen. Dagegen verlor der Macan 21 Prozent. Porsche will deshalb stärker auf margenstarke Varianten sowie umfangreiche Individualisierung setzen. Allerdings bleibt ungewiss, ob höhere Fahrzeugpreise die sinkenden Stückzahlen ausreichend ausgleichen.


Porsche korrigiert Elektrostrategie und trennt sich von Geschäftsfeldern

Auch bei den Antrieben verabschiedet sich der Konzern von seiner bisherigen starken Elektroausrichtung. Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybride sollen deshalb länger eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig plant Porsche die elektrischen Modelle 718 Boxster und Cayman für 2028. Ein neues kleineres SUV soll ebenfalls 2028 vorgestellt werden und ab 2029 zum Ergebnis beitragen. Zusätzlich prüft der Hersteller einen Supersportwagen oberhalb des 911.

Darüber hinaus trennt sich Porsche von Geschäftsfeldern außerhalb seines Kerngeschäfts. Dazu gehören Beteiligungen an Rimac und Bugatti Rimac sowie die Beratungstochter MHP. Die Aktivitäten von Cellforce, Porsche eBike Performance und Cetitec sollen eingestellt werden. Zugleich plant der Konzern Investitionen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro in Zuffenhausen und Weissach bis 2035. Der wirtschaftliche Kurswechsel hat damit erhebliche Folgen für Beschäftigte, Zulieferer und die industrielle Entwicklung der Standorte.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Porsche Newsroom (09.10.26) – Welt (09.10.26) – Tagesschau (07.10-26) – Porsche Newsroom (07.10.26)

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