Heidelberger Druckmaschinen baut seine internationale Fertigung im Geschäftsjahr 2026/2027 weiter aus. Der Konzern produziert sein meistverkauftes Modell inzwischen vollständig im chinesischen Qingpu. Außerdem erweitert er die Montage im kostengünstigeren Nordmazedonien. Hohe Kosten, schwächere Bestellungen und eine gesunkene operative Marge treiben den Umbau an. Gleichzeitig sollen am deutschen Stammsitz Wiesloch-Walldorf rund 450 Stellen entfallen. Damit verliert der Standort Arbeitsplätze und weitere industrielle Wertschöpfung.
Heidelberger Druckmaschinen bündelt die CX 104 in China
Im Mittelpunkt der Verlagerung steht die Speedmaster CX 104. Heidelberg fertigt die Druckmaschine nun vollständig im Werk Qingpu bei Shanghai. Allerdings begann die Produktion dieser Baureihe dort bereits im Jahr 2021. Inzwischen beliefert das chinesische Werk Kunden in zahlreichen Ländern. Damit erhält der Standort eine größere Bedeutung im weltweiten Produktionsnetz.

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Die CX 104 gehört zu den wichtigsten Maschinen im aktuellen Angebot. Mehr als 1.000 Anlagen dieser Baureihe liefen bereits vom Band. Außerdem nutzen Druckereien das Modell für Verpackungen, Etiketten und klassische Druckprodukte. Heidelberg profitiert in China von niedrigeren Kosten und einer starken regionalen Nachfrage. Die deutschen Werke verlieren dadurch jedoch weitere Fertigungsanteile.
Nordmazedonien soll die Kosten deutlich senken
Zusätzlich gründete der Konzern Anfang 2026 eine Gesellschaft in Nordmazedonien. Dort sollen zunächst Weiterverarbeitungssysteme und ausgewählte Baugruppen entstehen. Außerdem liegen die Personalkosten nach Unternehmensangaben ungefähr auf chinesischem Niveau. Staatliche Förderungen verringern die Belastung zusätzlich. Ab dem Geschäftsjahr 2027/2028 soll der Standort einen positiven Ergebnisbeitrag leisten.
Der Sparkurs hat jedoch direkte Folgen für die Belegschaft in Deutschland. In Wiesloch-Walldorf sollen rund 450 von ursprünglich etwa 4.000 Stellen wegfallen. Der Heidelberger Maschinenbauer setzt dabei auf Ruhestand und freiwillige Vereinbarungen. Dennoch schrumpft die Beschäftigung am wichtigsten deutschen Standort deutlich. Für rund 3.500 Arbeitsplätze gilt deshalb eine Standortgarantie bis Ende 2028.
Sinkender Auftragseingang verschärft den Handlungsbedarf
Im Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte Heidelberg einen Umsatz von 2,293 Milliarden Euro. Das entsprach einem Zuwachs von rund einem Prozent. Der Auftragseingang sank jedoch um acht Prozent auf 2,246 Milliarden Euro. Außerdem verringerte sich die bereinigte operative Marge von 7,1 auf 6,6 Prozent. Der Nettogewinn stieg dagegen von fünf auf 15 Millionen Euro.
Für 2026/2027 rechnet der Konzern mit einem weitgehend stabilen Umsatz. Einsparungen und effizientere Strukturen sollen jedoch die Profitabilität erhöhen. Gleichzeitig belasten Wechselkurse, geopolitische Konflikte und Investitionen in neue Geschäftsfelder das Ergebnis. Der Heidelberger Konzern erweitert deshalb seine Aktivitäten außerhalb klassischer Druckmaschinen. Dazu gehören Ladeinfrastruktur, Energieanlagen und industrielle Systemlösungen.
Drohnenabwehr eröffnet ein neues Geschäftsfeld
Besondere Erwartungen verbindet Heidelberg mit dem Verteidigungsgeschäft. Gemeinsam mit Ondas Autonomous Systems gründete das Unternehmen die Gesellschaft Onberg. Diese entwickelt und vermarktet autonome Systeme zur Drohnenabwehr. Außerdem soll Brandenburg an der Havel einen Produktions- und Entwicklungsstandort erhalten. Als erste Absatzmärkte gelten Deutschland, die Ukraine und weitere europäische Staaten.
Das neue Geschäft kann langfristig zusätzliche Erlöse schaffen. Kurzfristig ersetzt es jedoch keine größeren Teile des angestammten Maschinenbaus. Deshalb bleiben stabile Bestellungen und geringere Produktionskosten für Heidelberg entscheidend. Die Verlagerungen nach China und Nordmazedonien verbessern zwar die Kostenstruktur. Für die deutschen Werke bedeuten sie jedoch weniger Beschäftigung und sinkende Fertigungstiefe.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Welt (10.06.26) – Die Rheinpfalz (10.06.26) – Presseportal (10.06.26) – Heidelberg (10.06.26)
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