Sindelfingen – Ein Mercedes Manager droht mit der Schließung zweier deutscher Werke, falls die Arbeitskosten nicht deutlich sinken. Produktionsvorstand Michael Schiebe nannte ein Montagewerk und ein Powertrain-Werk als mögliche Kandidaten. Welche Standorte betroffen wären, ließ er offen. Die Ansage richtet sich unmittelbar an Beschäftigte und Tarifparteien. Zugleich erhöht sie den Druck auf die Bundesregierung, die Wettbewerbsbedingungen für die deutsche Industrie spürbar zu verbessern.

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Mercedes Manager macht Werkserhalt von niedrigeren Kosten abhängig
Schiebe stellte den Erhalt aller deutschen Standorte ausdrücklich unter einen Kostenvorbehalt. Ohne weitere Einsparungen müsse Mercedes ein deutsches Montagewerk und ein Powertrain-Werk schließen. Damit formuliert der Mercedes Manager eine Konsequenz, die Tausende Arbeitsplätze betreffen könnte.
Die Auseinandersetzung reicht jedoch über die Tarifrunde hinaus. Löhne verhandeln Unternehmen und Gewerkschaften, während Steuern, Energiepreise, Sozialabgaben und Bürokratie wesentlich von politischen Entscheidungen abhängen. Mercedes-Spitzenmanager haben deshalb wiederholt bessere Rahmenbedingungen für den Industriestandort Deutschland gefordert.
Hohe Standortkosten erhöhen den Druck auf Deutschland
Besonders deutlich hatte Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller bereits die schleppenden Reformen kritisiert. Er warnte vor einer weiteren Verschlechterung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig baut Mercedes seine Kapazitäten an günstigeren europäischen Standorten aus.
Ein besonders wichtiger Standort ist das ungarische Kecskemét. Dort liegen die Lohnkosten im Verarbeitenden Gewerbe erheblich unter dem deutschen Niveau. Mercedes erweitert das Werk deshalb deutlich und produziert dort inzwischen zusätzliche Modelle.
Mercedes Manager erhöht mit Schließung von Werken den Reformdruck
Die Drohung des Mercedes Managers trifft Deutschland in einer Phase anhaltender Industrieschwäche. Zahlreiche Unternehmen bauen Stellen ab, verlagern Investitionen oder überprüfen ihre deutschen Standorte. Mercedes macht nun deutlich, dass auch bestehende Werke nicht automatisch erhalten bleiben.
Dabei kann die Bundesregierung die Lohnkosten eines einzelnen Unternehmens nicht festlegen. Sie beeinflusst jedoch einen erheblichen Teil der Standortkosten über Abgaben, Energiepolitik, Regulierung und Unternehmenssteuern. Deshalb bekommt Schiebes Ankündigung zwangsläufig auch eine politische Dimension.
Milliarden für Aktionäre trotz Sparprogramm
Gleichzeitig verlangt Mercedes von seinen Beschäftigten weitere Einsparungen. Der Konzern diskutiert längere Arbeitszeiten und reduziert seine Kosten in Deutschland. Dennoch flossen im ersten Halbjahr 2026 Milliardenbeträge in Dividenden und Aktienrückkäufe.
Dieser Gegensatz verschärft den Konflikt mit der Belegschaft. Tausende Mercedes-Beschäftigte protestierten bereits gegen weitere Einschnitte. Zugleich zeigt die Werksschließungsdrohung, dass Mercedes bei ausbleibenden Kostensenkungen bereit ist, seine deutsche Produktionsstruktur grundlegend zu verändern.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Mercedes-Vorstand kündigt Werkschließungen an, wenn Arbeitskosten nicht sinken – Mercedes droht mit Werksschließungen, wenn Kosten nicht sinken
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