Bei DB Cargo steht der Sanierungsplan weitgehend fest. In der Woche des 15. Juni schlossen Vorstand und Arbeitnehmerseite den Interessenausgleich. Damit kann die Gütersparte der Deutschen Bahn den Abbau jetzt konkret planen. DB Cargo stellte den Plan am 19. Februar 2026 vor. Er sieht bis 2030 den Wegfall von 6.200 der rund 14.000 Stellen in Deutschland vor. Der Zeitdruck kommt jedoch aus Brüssel. Die EU-Kommission genehmigte am 29. November 2024 Hilfen von rund 1,9 Milliarden Euro. Sie knüpfte die Genehmigung an einen Restrukturierungsplan bis Ende 2026. Seit Anfang 2025 darf die Deutsche Bahn Verluste von DB Cargo nicht mehr über den früheren Verlustausgleich decken. Der Umbau trifft deshalb Personal, Werke, Rangierstandorte und zentrale Abläufe im Schienengüterverkehr.
Gütersparte muss Sanierung bis Ende 2026 liefern
Der Stellenabbau betrifft fast alle Funktionsbereiche. Genannt wurden Fahrbetrieb, Disposition, Planung, Verwaltung, Vertrieb und IT. Außerdem will DB Cargo den Fuhrpark stärker auslasten. Das Unternehmen plant bis 2030 Einsparungen von rund einer Milliarde Euro. Betroffene Arbeitnehmer sollen nach Möglichkeit Stellen in anderen Bahn-Bereichen erhalten.

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Die Gütersparte arbeitet seit Jahren mit hohen Kosten. Besonders Autoindustrie, Stahlbranche und Chemie buchen weniger Transporte. Zugleich gewinnen Wettbewerber im deutschen Schienengüterverkehr Marktanteile. DB Cargo bleibt zwar ein zentraler Anbieter. Private Bahnen fahren jedoch inzwischen einen großen Teil des Marktes.
Einzelwagenverkehr wird auf wenige Knoten konzentriert
Der größte operative Eingriff betrifft den Einzelwagenverkehr. DB Cargo holt dabei einzelne Wagen bei Industriekunden ab. Anschließend bündelt das Unternehmen sie auf großen Rangierbahnhöfen. Künftig soll die Zugbildung jedoch vor allem in Köln-Gremberg, Seelze, Mannheim und Nürnberg erfolgen. Diese Konzentration soll Abläufe vereinfachen und Kosten senken.
Fünf weitere Rangieranlagen sollen außerdem als nachgelagerte Standorte arbeiten. Von 27 Instandhaltungswerken will DB Cargo zwölf schließen oder verkaufen. Im Einzelwagenverkehr sollen weitere 2.000 Stellen entfallen. Das Geschäft bleibt nach Angaben des Unternehmens jedoch auch nach dem Umbau defizitär. Für Industriekunden können dadurch längere Vorläufe und weniger Ausweichmöglichkeiten entstehen.
EU-Auflagen bestimmen Tempo und Konflikt
Der EU-Beschluss vom 29. November 2024 bildet den harten Rahmen. Brüssel erlaubte die Verlustübernahme für die Jahre 2022 bis 2024. Zugleich verlangt die Kommission Maßnahmen für schwarze Zahlen bis Ende 2026. Damit verliert die Gütersparte einen zentralen finanziellen Puffer. Bei verfehlten Zusagen drohen weitere Auflagen, Rückzahlungen oder tiefere Eingriffe.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft erkennt den Effizienzbedarf an. Den Umfang des Stellenabbaus lehnt sie jedoch ab. Cosima Ingenschay kündigte harte Verhandlungen über Arbeitsplätze und Maßnahmen an. Für DB Cargo beginnt damit die Umsetzungsphase erst jetzt. Vorstand und Arbeitnehmerseite müssen Standorte, Sozialpläne und konkrete Personalwege über mehrere Jahre klären.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Reuters (19.06.26) – Tagesschau (19.06.26) – Express (19.06.26) – MMLogistik (19.06.26)
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