Berlin/Neuhardenberg, August 2026 – Kurz vor der Kabinettsklausur fordert der BDI schnelle Reformen für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Hohe Energiekosten, steigende Sozialabgaben und langsame Reformen belasten den Industriestandort Deutschland, obwohl einzelne Konjunkturdaten zuletzt besser ausfielen. Der Verband warnt deshalb vor weiterer Zurückhaltung in der Industrie, weil sonst Investitionen, industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet bleiben.
BDI fordert Kurswechsel für den Industriestandort
BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner bezeichnet die wirtschaftliche Lage weiterhin als „ernst“. Deshalb dürfe sich die Bundesregierung wegen leichter Erholungssignale nicht zurücklehnen. „Alles, was Wachstum hindert, darf im Moment nicht gemacht werden“, sagte Gönner mit Blick auf neue politische Vorhaben.

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Der Verband verlangt Strukturreformen, weniger Bürokratie und eine schnellere Modernisierung des Staates. Außerdem müsse die Regierung bereits angekündigte Änderungen endlich umsetzen. Für den Industriestandort seien verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend, damit Unternehmen wieder stärker in Deutschland investieren.
Großkonzerne verlangen niedrigere Standortkosten
Der BDI steht mit seinen Forderungen jedoch nicht allein. Große Unternehmen und Metallarbeitgeber aus Bayern und Baden-Württemberg haben Merz ebenfalls zu raschen Reformen aufgefordert. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche, Siemens und ZF.
In dem Schreiben verweisen die Unternehmen auf hohe Energiekosten und veränderte internationale Wettbewerbsbedingungen. Zugleich kritisieren sie Sozialbeiträge von inzwischen mehr als 42 Prozent und verlangen eine Rückkehr in Richtung 40 Prozent. Deshalb soll die Regierung vereinbarte Reformen „schleunigst und ohne irgendwelche Abstriche“ umsetzen.
Erholungssignale ändern wenig an den Standortproblemen
Die jüngsten Konjunkturdaten liefern zwar erste Hinweise auf eine Stabilisierung, doch eine Entwarnung für den Industriestandort wäre verfrüht. Die Bundesbank meldet für das zweite Quartal robuste Industrieumsätze und stärkere Exporte. Allerdings führt sie einen Teil der Entwicklung auch auf Sondereffekte bei Chemie und elektrischen Ausrüstungen zurück.
Außerdem zeigt der Arbeitsmarkt, wie tief die vergangenen Schwächejahre bereits Spuren hinterlassen haben. Nach einer EY-Auswertung gingen binnen eines Jahres rund 144.000 Industriearbeitsplätze verloren. Seit 2019 sank die Beschäftigung sogar um rund 379.000 Stellen, während besonders die Autoindustrie weiter Personal abbaute.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: rbb24 (25.08.26) – Welt (24.08.26) – Tagesschau (21.08.26) – Die Zeit (24.08.26)
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