Japan will zur Sicherung seiner Energieversorgung neue Ölpipelines in der Golfregion unterstützen und die Atomkraft im eigenen Land ausbauen. Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ berichtete am Mittwoch, Tokio wolle Saudi-Arabien und anderen Ländern der Golfregion dabei helfen, Alternativen zur Transportroute durch die Straße von Hormus zu entwickeln. Japan, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, ist stark abhängig von Öllieferungen aus der Region.
Das Land hat angesichts der gestörten Lieferketten in Folge des Iran-Kriegs bereits seine Ölreserven angezapft und die Importe aus anderen Ländern erhöht, vor allem aus den USA. Weitere geplante Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung sind laut dem Fernsehsender NHK die „Maximierung der Nutzung der Atomenergie“, der Ausbau der Solarenergie sowie eine Sonder-Ölreserve für die Produktion von Naphta, ein für viele Industriebranchen wichtiges Vorprodukt.

Im Juni gab es Berichte, Japan wolle insgesamt 14 veraltete Kernreaktoren ersetzen. Im Land steigt der Strombedarf vor allem für Rechenzentren und Halbleiterfabriken. Tokio hatte nach dem schweren Reaktorunglück 2011 zunächst seine Kernkraftwerke abgeschaltet und wieder stärker fossile Brennstoffe genutzt.
Bei einem schweren Seebeben vor der japanischen Küste im März 2011 und einen dadurch ausgelösten Tsunami waren etwa 18.500 Menschen ums Leben gekommen. Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima wurde von einem fast 15 Meter hohen Tsunami getroffen, wodurch es in drei der sechs Reaktoren zur Kernschmelze kam. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.
Verfasser: AFP – ilo/mm
Verwendete Quellen: AFP Presseportal
