Bis zu 600 Jobs gefährdet: Albert Weber drohen drei Werksschließungen

In Markdorf, Neuenbürg und Magdeburg drohen dem Autozulieferer Albert Weber im Juli 2026 drei Werksschließungen. Porsche will in Magdeburg alle Aufträge zum 30. September beenden. Mercedes-AMG zieht zudem Lieferumfänge in Markdorf und Neuenbürg zurück. Auch die Gespräche mit BMW verlaufen laut IG Metall schlecht. Deshalb braucht die seit Ende 2024 restrukturierte Gruppe rasch Investoren, nachdem Kunden bereits andere Lieferketten aufgebaut haben. Die Berichte nennen zusammen etwa 540 bis 600 Beschäftigte. In Magdeburg soll laut Gewerkschaft am 1. Oktober ein Insolvenzverfahren beginnen.


Werksschließungen rücken nach Auftragsverlusten näher

Am Stammsitz Markdorf arbeiten rund 300 Menschen. Mercedes-AMG will seine Aufträge dort bis Oktober vollständig abziehen. Außerdem betrifft der Rückzug unter anderem die Fertigung von Zylinderköpfen. Die Investorensuche läuft laut IG Metall bereits seit etwa eineinhalb Jahren, brachte jedoch bisher keine tragfähige Lösung.

Porsche und AMG ziehen Aufträge ab. Werksschließungen bei Albert Weber gefährden bis zu 600 Jobs, auch BMW könnte abspringen
Porsche und AMG ziehen Aufträge ab. Werksschließungen bei Albert Weber gefährden bis zu 600 Jobs, auch BMW könnte abspringen
Bild: © Albert Weber GmbH

BMW bleibt für Markdorf ebenfalls entscheidend, doch die Verhandlungen entwickeln sich nach Gewerkschaftsangaben ungünstig. Mehrere Kunden haben inzwischen parallele Produktionslinien bei anderen Zulieferern oder in eigenen Werken aufgebaut. Dadurch sichern sie ihre Versorgung, während mögliche Werksschließungen für Weber immer schwerer abzuwenden sind.

Neuenbürg und Magdeburg verlieren ihre Großkunden

Auch Neuenbürg verliert Aufträge von Porsche und Mercedes-AMG. Am Standort arbeiten nach unterschiedlichen Angaben mehr als 100 bis rund 160 Menschen. Ohne Ersatzaufträge oder einen Käufer fehlt deshalb eine ausreichende Auslastung für die bisherige Teilefertigung.

In Magdeburg hängen rund 140 Arbeitsplätze unmittelbar an Porsche. Der Sportwagenhersteller will sämtliche Aufträge zum 30. September beenden. Deshalb soll nach Angaben der IG Metall am 1. Oktober ein Insolvenzverfahren starten, falls bis dahin kein Investor übernimmt.


Verkäufe sollen andere Weber-Standorte retten

Für Plauen, Weinstadt, Roding und Saarbrücken laufen die Verkaufsverhandlungen dagegen deutlich weiter. An drei Standorten stehen Vertragsabschlüsse nach Unternehmensangaben kurz bevor. Außerdem spricht Weber neben Autozulieferern und Finanzinvestoren auch Unternehmen aus der Rüstungsindustrie an.

Albert Weber hatte bereits 2019 ein Insolvenzverfahren durchlaufen, jedoch kaufte die Gründerfamilie 2020 große Unternehmensteile zurück. Heute beschäftigt die Gruppe weltweit noch rund 900 Menschen. Ohne neue Kunden und Kapital drohen die Werksschließungen nun ausgerechnet an drei Standorten, für die bislang kein Käufer feststeht.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Bild (23.07.26)Merkur (21.07.26)Welt (16.07.26)Maschinen Markt (16.07.26)Pforzheimer Zeitung (15.07.26)

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