Neckarsulm – Die Schwarz-Gruppe hat am 24. Juli 2026 einen Bestellstopp für reine E-Dienstwagen in Deutschland bestätigt. Der Konzern hinter Lidl und Kaufland reagiert auf schwache Restwerte und ein aus seiner Sicht volatiles Marktumfeld. Schwarz kauft seine Firmenautos selbst und trägt deshalb das volle Risiko beim späteren Verkauf. Dienstwagenberechtigte können vorerst keine neuen Stromer bestellen, während Bestandsfahrzeuge und das Ladenetz unberührt bleiben. Wie viele Beschäftigte betroffen sind, ist jedoch offen.
E-Dienstwagen verlieren beim Wiederverkauf
Der Bestellstopp gilt nur für Neubestellungen reiner Batterieautos in Deutschland. Bereits eingesetzte Fahrzeuge bleiben im Fuhrpark, und andere Landesgesellschaften verfolgen weiterhin eigene Strategien. Elektroautos und Hybride stellen zusammen rund ein Fünftel der bestehenden Flotte. Die genaue Zahl der Dienstwagenberechtigten nennt der Konzern jedoch nicht. Schwarz beschäftigt insgesamt 217.000 Menschen in Deutschland.

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Der wirtschaftliche Hintergrund liegt im ungewöhnlichen Beschaffungsmodell des Konzerns. Schwarz least die Autos nicht, sondern kauft sie und verkauft sie später selbst. Deshalb trägt das Unternehmen das Restwertrisiko vollständig. Für E-Dienstwagen wiegt das besonders schwer, weil gebrauchte Stromer vieler Klassen weiterhin geringe Restwerte erzielen.
Gebrauchte Elektroautos bleiben schwer verkäuflich
Im Juni 2026 entfielen nur 6,4 Prozent aller Pkw-Besitzumschreibungen auf reine Elektroautos. Das Interesse steigt zwar, doch teure Modelle finden weiterhin wenige Käufer. Bei 36 Monaten Alter und jährlich 20.000 Kilometern lagen die Restwerte je nach Klasse bei 47 bis 51 Prozent. Kleine Stromer bis 25.000 Euro sind dagegen knapp, weshalb sich ihre Preise zuletzt stabilisierten.
Für begünstigte E-Dienstwagen macht die Steuerregel den Neuwagen für Beschäftigte besonders attraktiv. Bei privater Nutzung werden monatlich nur 0,25 Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil angesetzt. Bei 60.000 Euro sind das 150 Euro zusätzliches steuerpflichtiges Einkommen, beim Verbrenner wären es 600 Euro. Seit 2026 muss außerdem die zuhause geladene Strommenge grundsätzlich nachgewiesen werden. Für den Strompreis erlaubt das Bundesfinanzministerium alternativ eine halbjährlich ermittelte Pauschale.
Ladenetz und Klimaziele bleiben bestehen
Trotz des Bestellstopps zieht sich Schwarz nicht vollständig aus der Elektromobilität zurück. Ende des Geschäftsjahres 2025 standen 24.024 Ladepunkte an 6.973 Standorten bereit. Das entsprach laut Konzern einem Zuwachs von rund 245 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Außerdem sollen Partnerschaften mit deutschen Autoherstellern und elektrische Flotten in anderen Ländern bestehen bleiben. In Deutschland bleiben Jobtickets sowie Vergünstigungen für Fahrräder und E-Bikes als Alternativen erhalten.
Auch die Klimaziele bleiben offiziell unverändert. Schwarz meldet für seine betriebseigenen Emissionen bereits ein Minus von 44,1 Prozent gegenüber 2019. Bis 2030 sollen 48 Prozent erreicht werden, während das Net-Zero-Ziel für 2050 fortbesteht. Der Konzern will den Markt beobachten und die Entscheidung bei stabileren Bedingungen erneut prüfen. Der Bestellstopp zeigt jedoch, dass steuerliche Vorteile hohe Wiederverkaufsverluste einer Eigenflotte nicht automatisch ausgleichen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Business Insider (24.07.26) – Focus (24.07.26) – Schwarz-Gruppe (22.07.26) – Deutsche Automobil Treuhand (07.07.26) – Bundesfinanzministerium (21.07.26)
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