Funkloch-Programm des Bundes: Von 2021 bis Mai 2026 erst fünf von 267 Fördermasten am Netz

Berlin, August 2026 – Das staatliche Funkloch-Programm bleibt seit seinem Start 2021 weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Bis Mai 2026 waren erst fünf der 267 geförderten Funkmasten tatsächlich in Betrieb. Weitere 37 Masten waren fertiggestellt oder im Bau, während 225 Projekte die Bauphase noch nicht erreicht hatten. Ursprünglich sollte der Bund den Aufbau von bis zu 5000 Standorten unterstützen. Für die 267 bewilligten Projekte standen schließlich rund 300 Millionen Euro bereit. Gleichzeitig bauten die Netzbetreiber ihre Infrastruktur jedoch auf eigene Rechnung stark aus. Deshalb bezweifelt der Bundesrechnungshof inzwischen den Nutzen weiterer staatlicher Förderung.


Funkloch-Ausbau erreicht nur einen Bruchteil der ursprünglichen Planung

Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes, kurz MIG, nahm 2021 ihre operative Arbeit auf. Sie baut die Funkmasten jedoch nicht selbst, sondern organisiert und begleitet die Förderverfahren. Private Infrastrukturunternehmen errichten anschließend die Standorte. Das Programm sollte vorrangig Versorgungslücken schließen, deren Ausbau sich für Netzbetreiber wirtschaftlich nicht lohnt.

Seit 2021 läuft das Funkloch-Programm des Bundes. Bis Mai 2026 waren erst fünf von 267 geförderten Funkmasten tatsächlich am Netz
Seit 2021 läuft das Funkloch-Programm des Bundes. Bis Mai 2026 waren erst fünf von 267 geförderten Funkmasten tatsächlich am Netz
Bild: Shutterstock

Die Größenordnung schrumpfte allerdings schon lange vor der Fertigstellung der Masten erheblich. Aus dem politischen Ziel von bis zu 5000 möglichen Standorten wurden letztlich 267 bewilligte Förderprojekte. Ende 2024 standen davon erst vier Masten. Außerdem befanden sich damals nur zwei Standorte bereits im regulären Sendebetrieb. Eine Regierungsantwort bestätigte zu diesem Zeitpunkt die 267 Förderzusagen.

Kein einziges Projekt hielt die vorgesehene Baufrist ein

Besonders deutlich zeigt sich der Rückstand bei den Bauzeiten. Nach den vorliegenden Angaben des Bundesrechnungshofs hielt keines der 267 Projekte die vorgesehene Frist von 14 Monaten ein. Die MIG verlängerte die Fristen jedoch jeweils über Ausnahmeregelungen. Deshalb forderte der Bund wegen dieser Verzögerungen keine Fördermittel zurück.

Hinzu kommen die Kosten für die staatliche Gesellschaft selbst. Zwischen 2020 und 2025 kosteten Aufbau und Betrieb der MIG laut Rechnungshof 97,4 Millionen Euro. Für 2026 sind weitere 20 Millionen Euro vorgesehen, während 2027 nochmals zwölf Millionen Euro folgen sollen. Damit steigen diese Ausgaben auf insgesamt 129,4 Millionen Euro. Gleichzeitig soll die Gesellschaft möglicherweise neue Aufgaben beim zentralen IT-Einkauf des Bundes übernehmen. Dafür stehen laut dem Bericht bis 2034 weitere 67 Millionen Euro im Raum.


Private Anbieter schließen Funkloch-Lücken deutlich schneller

Während das Förderprogramm nur langsam vorankam, bauten Telekommunikationsunternehmen ihre eigenen Netze weiter aus. Telefónica meldete allein für das erste Halbjahr 2026 rund 4500 Ausbauprojekte und mehr als 500 neue Mobilfunkstandorte. Deshalb hat sich die Versorgung auch ohne die meisten staatlich geförderten Masten erheblich verbessert. Laut Rechnungshof verfügen inzwischen 99,93 Prozent der Haushalte über LTE oder einen besseren Mobilfunkstandard.

Allerdings bedeutet eine hohe Haushaltsabdeckung noch keine vollständige Versorgung der Fläche. Gerade in dünn besiedelten Regionen bleibt ein Funkloch für Anwohner, Rettungsdienste und Verkehr relevant. Neue Förderstandorte gehen deshalb weiterhin ans Netz. Am 18. August meldete die MIG etwa einen bereits sendenden Mast in Hünxe. Einen Tag zuvor stand der erste Fördermast in Schleswig-Holstein, während am 13. August ein zweiter Standort in Bayern fertiggestellt wurde. Die Zahl von fünf aktiven Fördermasten gilt damit ausdrücklich für Mai 2026 und nicht für Ende August.

Die offiziellen Ziele bleiben dennoch ambitioniert. Ende 2025 liefen nach Angaben des Bundeshaushalts erst drei geförderte Standorte im Regelbetrieb. Bis Ende Juni 2026 erreichten immerhin 20 Masten die Bauphase. Bis Ende 2026 sollen jedoch bereits 90 Förderstandorte regulär senden. Das Gesamtziel sieht 267 Standorte bis Ende 2028 vor. Deshalb wird sich der Erfolg des Funkloch-Programms daran messen lassen, wie viele dieser Projekte tatsächlich noch zusätzlichen Empfang schaffen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Bild (21.08.26)MIG (18.08.26)Bundesministerium der Finanzen (03.07.26)

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