In Bayern gilt seit dem 1. Juli 2026 der Wassercent. Die Staatsregierung verlangt nun zehn Cent je Kubikmeter entnommenes Grundwasser. Zahlen müssen vor allem Wasserversorger, Unternehmen, Landwirte und Betreiber eigener Brunnen. Haushalte trifft die Abgabe jedoch meist indirekt über höhere Wasserpreise. Der Anlass ist das neue Bayerische Wassergesetz. Zugleich meldet Bayern vielerorts niedrige Grundwasserstände.
Wassercent trifft nicht alle Entnehmer gleich
Die Abgabe betrifft nur Grundwasser. Deshalb zahlen Nutzer von Flusswasser nicht nach dieser Regel. Wer am öffentlichen Netz hängt, bekommt keinen eigenen Bescheid. Stadtwerke können die Kosten jedoch an Kunden weiterreichen. Für einen Durchschnittshaushalt liegt die Mehrbelastung pro Person rechnerisch bei rund fünf Euro im Jahr.

Bayern führt damit als 14. Bundesland ein Wasserentnahmeentgelt ein. Bisher zahlten Bürger für Förderung, Aufbereitung und Leitungen. Das Wasser selbst blieb jedoch ohne eigenen Preis. Nun setzt der Freistaat erstmals ein Entgelt auf die Ressource. Dadurch bekommt Wasser auch politisch einen neuen Kostenwert.
Freibeträge und Ausnahmen begrenzen den Wassercent
Regulär gilt ein Freibetrag von 5.000 Kubikmetern pro Jahr. Für den Startzeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026 liegt er jedoch bei 2.500 Kubikmetern. Erst oberhalb dieser Menge fällt die Abgabe an. Die erste Zahlung erfolgt deshalb erst 2027. Entnehmer können ihre Mengen bis zum 1. März 2027 melden.
Mehrere Nutzungen bleiben ausgenommen. Dazu zählen Löschwasser, erlaubnisfreie Brunnen im Garten und Wasser für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb. Außerdem fallen Viehtränken, Kühlung, Fischerei und bestimmte Bewässerungen nicht in jedem Fall darunter. Auch Entnahmen für erneuerbare Energien bleiben befreit. Diese Ausnahmen reduzieren jedoch die Lenkungswirkung.
Wassercent kommt in angespannter Lage
Die aktuelle Wasserlage verschärft die Debatte. In tieferen Grundwasserstockwerken registriert Bayern derzeit an rund 73 Prozent der Messstellen Niedrigwasser. Auch oberflächennahe Messstellen zeigen verbreitet niedrige Werte. Die Trinkwasserversorgung gilt jedoch weiter als gesichert. Einzelne Versorger rufen trotzdem zum Sparen auf.
Der Staat erwartet Einnahmen von rund 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr. Das Geld soll in Wasserschutz und nachhaltige Bewirtschaftung fließen. Umweltverbände begrüßen deshalb den Einstieg. Der Bauernverband kritisiert dagegen zusätzliche Kosten und Bürokratie. Ohne flächendeckende Zählerpflicht bleibt zudem unklar, wie präzise Bayern alle Entnahmen erfasst.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: BR24 (06.07.26) – Bayerischer BauernVerband (01.07.26) – Antenne Bayern (29.06.26) – Landratsamt München (24.06.26)
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