Hessens Defizit steigt auf 15 Milliarden Euro – Personalkosten treiben Bilanz ins Minus

Wiesbaden – Hessens Defizit ist im Geschäftsbericht 2025 auf 15 Milliarden Euro gestiegen und hat sich damit binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Finanzminister Alexander Lorz stellte die Bilanz am 14. August vor und kündigte angesichts der Entwicklung weitere Einsparungen an. Besonders stark belasten höhere Personalkosten sowie zusätzliche Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen die Rechnung. Gleichzeitig schrumpfte Hessens Wirtschaftsleistung 2025 real um 0,2 Prozent. Deshalb verschärft sich die Finanzlage vor den Beratungen über den Landeshaushalt 2027 zusätzlich.


Personalkosten steigen binnen eines Jahres um fast zehn Milliarden Euro

Der Personalaufwand erhöhte sich von 16,7 auf 26,4 Milliarden Euro. Dazu trug unter anderem die zweistufige Besoldungsanpassung von insgesamt 10,56 Prozent bei. Außerdem wuchsen die Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen allein 2025 um 11,5 Milliarden Euro. Damit schlagen längst nicht nur die laufenden Gehälter auf die Bilanz durch.

Hessens Defizit erreicht 15 Milliarden Euro. Personalkosten und Pensionslasten wachsen, Die Regierung plant neue Einsparungen
Hessens Defizit erreicht 15 Milliarden Euro. Personalkosten und Pensionslasten wachsen, Die Regierung plant neue Einsparungen
Bild: Shutterstock

Die 15 Milliarden Euro Jahresfehlbetrag entsprechen jedoch nicht einer ebenso hohen neuen Kreditaufnahme. Hessen bilanziert zusätzlich nach kaufmännischen Regeln und berücksichtigt dabei auch langfristige Verpflichtungen. Tatsächlich nahm das Land 2025 rund eine Milliarde Euro neue Haushaltsschulden auf. Hessens Defizit zeigt damit vor allem, wie stark zukünftige Verpflichtungen inzwischen die Landesbilanz belasten.

Hessens Defizit trifft auf schwache Wirtschaft und geringere Steuerprognosen

Auch die wirtschaftliche Entwicklung verschärft die Lage. Hessens Bruttoinlandsprodukt sank 2025 preisbereinigt um 0,2 Prozent, während Deutschland insgesamt um 0,2 Prozent zulegte. Zudem rechnet das Finanzministerium für 2026 nur noch mit Steuereinnahmen von rund 27,8 Milliarden Euro. Das sind 365 Millionen Euro weniger als bei der Steuerschätzung vom Oktober 2025 erwartet.

Gleichzeitig wachsen die Kreditverpflichtungen des Landes. Die Kreditschulden stiegen laut Geschäftsbericht 2025 um 2,1 Milliarden Euro auf 46,4 Milliarden Euro. Das Anlagevermögen nahm dagegen lediglich um 700 Millionen Euro auf 36,16 Milliarden Euro zu. Deshalb lässt sich die Verschlechterung der Bilanz nicht allein mit zusätzlichen Investitionen erklären.


Sparmaßnahmen reichen bisher nicht für einen ausgeglichenen Haushalt

Finanzminister Lorz will deshalb bestehende Ausgaben stärker überprüfen und bei neuen Verpflichtungen zurückhaltender werden. Bereits für 2026 sieht der Haushalt eine Neuverschuldung von knapp 1,9 Milliarden Euro vor. Gleichzeitig liegen die erwarteten Steuereinnahmen unter früheren Prognosen. Hessens Defizit dürfte deshalb auch bei den Beratungen über den Etat 2027 eine zentrale Rolle spielen.

Die finanzielle Schwäche beschränkt sich außerdem nicht auf das Land. Hessens kommunale Kernhaushalte verbuchten 2025 zusammen ein Finanzierungsdefizit von 2,4 Milliarden Euro. Ende 2025 lagen ihre Schulden bei rund 18,5 Milliarden Euro und damit 10,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Während Land und Kommunen steigende Ausgaben finanzieren müssen, wird der Spielraum für neue Programme deshalb enger.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Hessen Finanzen (14.08.26)Hessenschau (14.08.26)Hessen Statistik (11.08.26)

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