Brennende Trafostationen in NRW: Stromausfälle treffen Kerpen, Bonn und Jülich

Am Freitagabend, 26. Juni, brannten in Kerpen, Bonn und Jülich vier Trafostationen. Deshalb kam es in mehreren Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen zeitweise zu einem Stromausfall. Die extreme Hitze belastete nach Angaben der Versorger Bauteile, außerdem kamen technische Defekte und Kabelfehler hinzu. In Kerpen-Sindorf waren rund 2.200 Einwohner betroffen. Im Rhein-Erft-Kreis trafen die Störungen zeitweise etwa 12.000 Menschen. In Kerpen untersuchten Rettungskräfte 16 Anwohner; zudem kamen zwei Personen ins Krankenhaus. Die genaue Ursache klären Fachleute jedoch erst nach den Reparaturen.


Trafostationen brennen fast zeitgleich in mehreren Städten

Der schwerste Einsatz lief in Kerpen-Sindorf. Dort alarmierte die Feuerwehr gegen 22.30 Uhr zur Paul-Klee-Straße und Am Entenpfuhl. Beim Eintreffen brannte die Anlage bereits stark, außerdem zog Rauch in umliegende Straßen. Die Feuerwehr löste deshalb eine NINA-Warnung aus. Anwohner sollten Fenster und Türen schließen.

Stromausfälle aufgrund brennender Trafostationen treffen in NRW tausende Haushalte. Hitze, Defekte und Kabelfehler belasten die Netze
Bild: ©Feuerwehr Kerpen

Die Einsatzkräfte sperrten den Bereich weit ab. Außerdem kontrollierten sie nahe Häuser auf Raucheintritt. Messungen ergaben jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung. Erst nach der Freischaltung durch den Energieversorger öffneten Trupps die Anlage. Mehrere Feuerwehrleute gingen unter Atemschutz vor. Insgesamt waren 70 Einsatzkräfte vor Ort. Die beschädigten Trafostationen zeigen jedoch, wie schnell lokale Netztechnik ganze Straßenzüge treffen kann.

Bonn und Jülich melden weitere Stromausfälle

Im Bonner Süden brannten ebenfalls zwei Transformatorstationen. Die Feuerwehr rückte gegen 22.30 Uhr und 23.30 Uhr aus. Sie löschte die Brände schnell, jedoch lösten die Schäden einen Stromausfall aus. Die Stadtwerke Bonn schickten zahlreiche Mitarbeiter. Kurz nach Mitternacht lief die Versorgung wieder.

Auch in Jülich und mehreren Orten der Umgebung fiel der Strom zeitweise aus. Die meisten Haushalte hatten die Versorgung jedoch schnell zurück. In einzelnen Fällen dauerte die Wiederherstellung bis in die Morgenstunden. In Frechen, Bergheim und Bedburg meldete Westnetz außerdem technische Defekte und Kabelfehler. Auch das Krankenhaus Bergheim war nach regionalen Angaben betroffen, jedoch blieben Umfang und Folgen zunächst unklar.


Hitze belastet Netztechnik, Reparaturen dauern an

Westnetz stellte die Versorgung in allen betroffenen Bereichen wieder her. In Kerpen dauerten die Reparaturen jedoch weiter an. Erst danach kann der Netzbetreiber den regulären Betriebszustand vollständig zurückschalten. Auch die technische Ursache lässt sich erst nach Abschluss der Arbeiten genauer prüfen. Solche Trafostationen sind für die lokale Verteilung entscheidend, deshalb wirken Schäden oft unmittelbar auf Haushalte, Kliniken oder Betriebe.

Die Hitzewelle traf NRW nicht nur im Stromnetz. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Freitag vor extremer Hitze im ganzen Land. Für das Wochenende erwarteten die Meteorologen außerdem weitere Warnungen bis Stufe 2. In Nordrhein-Westfalen lagen die Tageshöchstwerte verbreitet zwischen 36 und 40 Grad. E.ON nennt deshalb Echtzeitdaten, Digitalisierung und robuste Betriebsmittel als zentrale Mittel im Netzbetrieb. Einen vollständigen Schutz vor Extremereignissen sieht der Konzern jedoch nicht.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Tagesschau (27.06.26)Feuerwehr Kerpen (27.06.26)Presseportal (27.06.26)Kölner Stadtanzeiger (27.06.26)

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