Moskau will das Diesel-Exportverbot offenbar bis Ende September verlängern. Drei Branchenquellen nennen anhaltende Probleme bei der Versorgung und stillstehende Raffinerien als Gründe. Mehrere Anlagen fielen nach ukrainischen Drohnenangriffen aus oder arbeiten nur eingeschränkt. Deshalb soll mehr Diesel im russischen Binnenmarkt bleiben. Eine Verlängerung bis Jahresende steht ebenfalls zur Diskussion, jedoch gibt es noch keine endgültige Regierungsentscheidung.
Diesel-Exportverbot soll heimischen Kraftstoffmarkt stabilisieren
Russland hatte die Beschränkung am 8. Juli zunächst bis Ende Juli verhängt. Danach verlängerte die Regierung sie für Produzenten bis zum 31. August. Für Händler und andere Nichtproduzenten gilt die Sperre sogar bis zum 31. Januar 2027. Außerdem bleibt der Export von Flugtreibstoff bis Ende November untersagt.

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Im August verschärfte sich die Kraftstofflage erneut, nachdem sie sich Ende Juli vorübergehend entspannt hatte. Tankstellen führten deshalb in mehreren Regionen wieder Abgabebeschränkungen ein. Selbst im Großraum Moskau begrenzten große Anbieter zeitweise die Kraftstoffmenge je Kunde. Diesel blieb dort jedoch vielerorts besser verfügbar als Benzin.
Raffinerieausfälle begrenzen Russlands Spielraum
Mehrere russische Raffinerien mussten nach Angriffen außerplanmäßig repariert werden. Einige Anlagen sind inzwischen wieder am Netz, während andere weiterhin eingeschränkt produzieren. Das Diesel-Exportverbot kann laut Branchenkreisen deshalb angepasst werden, sobald die Raffinerieproduktion deutlich steigt. Die Regierung beobachtet Produktion und regionale Versorgung inzwischen engmaschig.
Vizepremier Alexander Novak bestreitet allerdings einen landesweiten Mangel an Diesel. Nach seinen Angaben reichen die Mengen für Landwirtschaft und Lieferungen in nördliche Regionen aus. Gleichzeitig bestätigte er, dass noch keine Entscheidung über eine Freigabe der Exporte gefallen sei. Russland importiert außerdem seit Juli zusätzliche Mineralölprodukte, um Engpässe abzufedern.
Weniger russischer Diesel verschärft den internationalen Wettbewerb
Für den Weltmarkt ist die Entwicklung relevant, denn Russland zählt zu den größten Diesel-Exporteuren. Das verlängerte Diesel-Exportverbot entzieht internationalen Käufern deshalb zusätzliche Mengen. Gleichzeitig haben Ausfälle in Russland und im Nahen Osten den Markt für raffinierte Kraftstoffe bereits verknappt. US-Raffinerien fahren ihre Anlagen deshalb mit ungewöhnlich hoher Auslastung.
Europa kauft zwar keinen russischen Diesel mehr direkt, dennoch wirken sich russische Ausfälle auf die verfügbaren Weltmarktvolumen aus. Frühere Abnehmer müssen ihre Mengen nun bei anderen Lieferanten beschaffen. Dadurch konkurrieren Europa, Lateinamerika und andere Importregionen stärker um dieselben Ladungen. Eine schnelle Rückkehr russischer Exporte könnte den Markt entlasten, jedoch hängt sie von der heimischen Versorgung und den Raffineriereparaturen ab.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Reuters (25.08.26) – Interfax (24.08.26) – Wall Street Journal (19.08.26)
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