Russisches LNG: Belgien importiert im Juli nur noch aus Russland

Brüssel/Zeebrügge – Belgien bezog im Juli 2026 sein gesamtes importiertes Flüssigerdgas aus Russland. Rund 0,4 Millionen Tonnen russisches LNG erreichten Belgien, während die Gesamtimporte binnen Jahresfrist um mehr als 40 Prozent sanken. Der Krieg im Nahen Osten störte Lieferungen durch die Straße von Hormus, deshalb blieb Russland als einziger LNG-Lieferant. Das geschah wenige Monate vor dem EU-Verbot ab Januar 2027. Außerdem fließt Gas aus Zeebrügge über das europäische Leitungsnetz weiter nach Deutschland.


Russisches LNG ersetzt Lieferungen aus dem Nahen Osten

Belgien erhält jedoch weiterhin Pipelinegas aus Norwegen und Großbritannien. Russland lieferte deshalb nicht das gesamte Gas des Landes, sondern ausschließlich dessen LNG. Zuletzt hatte Belgien Anfang 2021 sein Flüssigerdgas vollständig aus Russland bezogen.

Belgien deckt seine LNG-Importe im Juli vollständig mit Lieferungen aus Russland. Russisches LNG gewinnt vor dem EU-Verbot erneut an Gewicht
Belgien deckt seine LNG-Importe im Juli vollständig mit Lieferungen aus Russland. Russisches LNG gewinnt vor dem EU-Verbot erneut an Gewicht
Bild: Shutterstock

Die Kämpfe im Nahen Osten beeinträchtigten außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. Dadurch fehlten Lieferungen aus der Region, während hohe Preise zusätzliche Käufe für den Winter bremsten. Russische Ladungen blieben verfügbar und schlossen einen Teil der entstandenen Versorgungslücke.

Zeebrügge verbindet Belgien mit Deutschland

Zeebrügge gehört jedoch zu den wichtigsten LNG-Drehscheiben Nordwesteuropas. Das Terminal wandelt Flüssigerdgas zurück in Gas und speist es anschließend in das Verbundnetz ein. Damit kann russisches LNG nach der Regasifizierung auch in Richtung Deutschland und Niederlande gelangen.

Fluxys speiste 2025 insgesamt 480 Terawattstunden Gas in das belgische Netz ein. Außerdem stiegen die Leitungsflüsse nach Deutschland und in die Niederlande gegenüber 2024 um fast 40 Prozent. Diese Mengen umfassen jedoch sämtliche Herkunftsländer. Eine genaue Zuordnung einzelner russischer Lieferungen ist nach der Einspeisung nicht mehr möglich.


EU-Verbot greift ab Januar 2027

Die EU verbietet russisches LNG aus langfristigen Altverträgen ab dem 1. Januar 2027. Kurzfristige Altverträge durften dagegen nur bis zum 25. April 2026 weiterlaufen. Für russisches Pipelinegas endet die Frist grundsätzlich am 30. September 2027. Bei Versorgungsproblemen kann ein Mitgliedstaat jedoch eine Verlängerung bis zum 1. November erhalten.

Das 21. Sanktionspaket erlaubt außerdem vorübergehend Transfers russischer LNG-Mengen in Drittstaaten. Die Ausnahme gilt zunächst ein Jahr und verlangt strenge Meldungen sowie Mengenbegrenzungen. Sie öffnet den EU-Markt jedoch nicht erneut, sondern soll bestehende Vertragsfälle rechtlich absichern. Belgiens Juli-Bilanz zeigt dennoch, wie schnell Lieferausfälle die russische Abhängigkeit vor dem Verbot wieder erhöhen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Berliner Zeitung (04.08.26)Briefs Finance (03.08.26)Knack (03.08.26)Euromaidanpress (04.08.26)

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